Handelsblatt Business-Monitor
Manager mehrheitlich für Mitarbeiterbeteiligung

Eine alte Idee der sozialen Marktwirtschaft lebt neu auf: Arbeitnehmer sollen nicht nur Lohnempfänger sein, sondern echte Teilhaber ihrer Unternehmen. Für Bundespräsident Horst Köhler ist dies ein moderner Weg, wie Beschäftigte auch in Zeiten stagnierender Löhne von der Globalisierung profitieren können. An Deutschlands Top-Managern wird dieser Weg nicht scheitern. Das belegt der Handelsblatt Business-Monitor, eine vom 13. bis 26. Januar erhobene repräsentative Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter 796 Führungskräften.

BERLIN. Annähernd zwei Drittel der Befragten stehen einer Beteiligung der Mitarbeiter am Firmenkapital positiv gegenüber. Noch wichtiger: Etwa die Hälfte der Manager schätzt den Wert einer engeren Mitarbeiterbindung so hoch ein, dass sich das Unternehmen eine Kapitalbeteiligung dafür etwas kosten lassen könnte. Den Arbeitnehmern würde folglich unterm Strich ein Einkommensvorteil winken.

Bei jedem vierten befragten Unternehmen sind die Mitarbeiter schon heute am Kapital beteiligt. Dabei liegt der Anteil bei Großunternehmen mit 45 Prozent erwartungsgemäß über dem Durchschnitt. Eine deutlich positive Grundeinstellung überwiegt jedoch auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Abgesehen von jenen rund 25 Prozent, die schon Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen haben, können sich die Manager von rund 40 Prozent dieser Firmen vorstellen, eine solche Entgeltkomponente neu einzuführen.

Der Bundespräsident hatte sich zum Jahreswechsel dafür eingesetzt, die Beteiligung der Arbeitnehmer an Ertrag und Kapital ihrer Unternehmen auszubauen. In der Globalisierung könnten diese dazu beitragen, „einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken“, so Köhler. Dabei geht es grundsätzlich um zwei Varianten: Zum einen können Lohnbestandteile wie das Weihnachtsgeld an den Unternehmensgewinn gekoppelt werden. Bei der Kapitalbeteiligung können die Beschäftigten etwa über einen so genannten Investivlohn echte Eigentumsanteile ihrer Firma erwerben.

Innerhalb der großen Koalition in Berlin räumt die Union diesem zweiten Weg einen hohen Stellenwert für die kapitalgedeckte Altersvorsorge ein. Eine vom CDU-Vorstand kürzlich eingesetzte Arbeitsgruppe soll dazu ein Konzept entwickeln, wie Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen im Rahmen der Riester-Rente staatlich gefördert werden können.

Die Gewerkschaften stehen Kapital- und Ertragsbeteiligungen dagegen traditionell eher skeptisch gegenüber. Sie befürchten, dass damit entweder der Spielraum für Tariflohnerhöhungen schrumpft oder die Beschäftigten gar echte Einbußen erleiden, falls das Unternehmen Verluste macht und der Wert der Kapitalanteile sinkt.

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