Handelsblatt Business-Monitor Manager verteilen Vorschusslorbeeren

Die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht Deutschland als Standort für ausländische Investoren attraktiver – davon ist die Mehrheit (53 Prozent) der hiesigen Spitzenmanager überzeugt. Jede zehnte Führungskraft der Wirtschaft vertritt sogar die Meinung, dieser Effekt sei schon zu spüren.
  • Dorit Hess
Steht in den Umfragen gut da: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Foto: dpa

Steht in den Umfragen gut da: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Foto: dpa

DÜSSELDORF. Das hat der Handelsblatt Business-Monitor ergeben, eine vom 10. bis 24. Februar erhobene repräsentative Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter 803 Führungskräften.

Auch im Hinblick auf die Inlandsnachfrage erwarten die befragten Spitzenmanager einen positiven Einfluss der neuen Regierung. Knapp jeder vierte Top-Manager geht der Umfrage zufolge davon aus, dass die Politik der großen Koalition die Inlandsnachfrage verstärkt, weitere 18 Prozent halten dies bereits für spürbar. Mit 46 Prozent erwarten überdurchschnittlich viele Befragte mehr Nachfrage im Bereich Handel und Verkehr. Für schon jetzt erkennbar halten den Effekt in diesem Sektor aber nur 14 Prozent.

Erklären lässt sich dieses Umfrageergebnis mit der für 2007 angekündigten Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte. Die meisten Ökonomen gehen von so genannten Vorzieheffekten aus: Sie rechnen damit, dass viele Verbraucher vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2006 in Anbetracht der anstehenden Steuererhöhung mehr einkaufen und Anschaffungen vorziehen.

Der Umfrage zufolge wird nicht nur die Inlandsnachfrage in den kommenden zwölf Monaten steigen – einige deutsche Unternehmen wollen den Angaben ihrer Manager zufolge mehr investieren und mehr Beschäftigte einstellen. Die Mehrheit (53 Prozent) will zwar die Anzahl ihrer Mitarbeiter im laufenden Jahr nicht verändern. Der Anteil derer, die Personal abbauen wollen, ist mit 21 Prozent aber geringer als mit 26 Prozent der Anteil derer, die ihre Beschäftigtenzahl erhöhen wollen. Damit beträgt der entsprechende Index, der die Differenz zwischen geplanten Neueinstellungen und Beschäftigungsabbau misst, fünf Punkte – und weist bereits das dritte Mal in Folge positive Werte auf. Dass die Unternehmen im Schnitt mehr Mitarbeiter einstellen als entlassen wollen, gab es zuletzt zum Jahreswechsel 2000/2001.

Mehr investieren will in den kommenden zwölf Monaten ein Drittel aller befragten Spitzenmanager, weniger Investitionen planen dagegen nur sieben Prozent. In den letzten Umfragen seit der Regierungsbildung schwankten diese Angaben um genau diese Werte. Zuvor lag der Anteil derjenigen, die weniger investieren wollen, seit Beginn der Handelsblatt-Erhebung im Jahr 1999 im zweistelligen Bereich.

Die Frage, ob ihre Investitionsbereitschaft oder der Wille, Beschäftigte einzustellen, mit der Politik zusammenhänge, verneint eine klare Mehrheit jedoch. 79 Prozent derjenigen, die in Zukunft mehr investieren wollen, geben an, dieser Plan sei „unabhängig von der Politik“. Und auch 84 Prozent derjenigen, die in den nächsten zwölf Monaten mehr Mitarbeiter beschäftigen wollen, haben dies nach eigenen Angaben nicht wegen der Politik von Schwarz-Rot vor.

Ob auf Grund der neuen Regierung und ihrer Politik oder nicht – die Stimmung unter den deutschen Top-Managern ist derzeit gut. Das signalisiert neben Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklimaindex, der in der vergangenen Woche das dritte Mal in Folge stieg, auch die Handelsblatt-Umfrage unter der Wirtschaftselite. Eine klare Mehrheit von 59 Prozent beurteilt die aktuelle Lage des hiesigen Standortes derzeit als „gut“ oder „eher gut“ – das sind etwa so viele wie im Januar, als der Anteil auf einen Höchstwert seit Beginn der Zeitreihe für diesen Indikator im April 2003 geklettert war.

Die Serie der Rekordwerte bei den Stimmungsindikatoren scheint sich in den kommenden Monaten aber zu relativieren. Der Anteil der Spitzenmanager jedenfalls, die eine Verbesserung der Standortbedingungen in den kommenden zwölf Monaten prognostizieren, ist im Februar im Vergleich zum Vormonat deutlich um zehn Prozentpunkte auf 36 Prozent gesunken. Die Standortbedingungen werden so gut bleiben wie bislang, sagt aber immerhin ein knappes Drittel – das sind etwas mehr als zuletzt.

Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%