Handelsblatt Business-Monitor
Respektables Zwischenzeugnis

Würde sich Angela Merkel an der Meinung der deutschen Spitzenmanager orientieren, könnte sie mit ihrer Zwischenbilanz nach zwei Jahren Kanzlerschaft zufrieden sein: Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft bewerten die Leistung der Regierungschefin im Handelsblatt Business-Monitor besser als die Leistung ihrer Minister. Doch es gibt auch eine klare Warnung.

FRANKFURT. Deutschlands Top-Manager sind mit der Außenpolitik des von Merkel geführten schwarz-roten Kabinetts zufrieden. In den vergangenen zwei Jahren habe sich das internationale Ansehen Deutschlands „deutlich verbessert“, sagen die Top-Manager.

Innenpolitisch allerdings bewegt sich die Bundesregierung mit ihren Korrekturen an den Sozial- und Arbeitsmarktreformen auf dünnem Eis. Werde die Agenda 2010 in wesentlichen Elementen verändert, wäre das ein „gefährlicher Schritt zurück“, mahnt die Mehrheit der Führungskräfte.

Diese Ergebnisse liefert der Handelsblatt Business-Monitor, eine Umfrage im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Mehr als 800 Führungskräfte aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen hat das Marktforschungsinstitut Psephos vom 25. Oktober bis zum 14. November befragt.

Regelmäßig bewerten die Manager die Regierungsmitglieder auf einer Notenskala von eins („sehr gut“) bis fünf („sehr schlecht“). Für fast alle Kabinettsmitglieder gilt: Im Vergleich zum Vorjahr sind sie in der Gunst der wirtschaftlichen Entscheider gestiegen. Beispiel Bundeskanzlerin: Im Herbst des Jahres 2006 bewerteten die Spitzenmanager die Arbeit der Regierungschefin mit 3,4 – nun geben sie der CDU-Politikerin die Note 2,4. Bereits seit Beginn dieses Jahres erzielt Merkel ähnlich gute Ergebnisse.

Auch die gesamte Bundesregierung schneidet jetzt deutlich besser ab als vor einem Jahr: Nach einer 3,5 im Herbst 2006 benoten die Manager die schwarz-rote Bundesregierung nun mit 2,9. Das Ansehen von CDU und CSU hat sich sogar deutlich von 3,5 auf 2,8 verbessert – das der Sozialdemokraten hingegen nur wenig von 3,6 auf 3,4. Am schlechtesten beurteilen die Manager heute Kurt Beck: Der SPD-Chef leistet aus Sicht der Wirtschaft „schlechte“ Arbeit und wird mit 3,9 bewertet.

Ein anderer Sozialdemokrat im Kabinett, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, schneidet mit der Note 2,7 hingegen ähnlich gut ab wie die Regierungschefin. Ausschlaggebend dafür dürfte die breite Zufriedenheit der Spitzenmanager mit Steinbrücks Konsolidierungskurs sein: Aus ihrer Sicht hat die schwarz-rote Regierung die „größten Fortschritte“ in der Finanz- und Haushaltspolitik erzielt. Das meint mit knapp 80 Prozent eine breite Mehrheit der Führungskräfte.

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