Handelsblatt Business-Monitor: Schlechte Noten für Deutschland
Top-Manager unzufrieden mit Standort

Die Unzufriedenheit der deutschen Top-Manager mit den politischen Rahmenbedingungen in Deutschland hat im April weiter zugenommen. Die Wirtschaftselite beurteilt sowohl die aktuelle Lage als auch die künftige Entwicklung deutlich schlechter als im Vormonat.

DÜSSELDORF. Das ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt Business- Monitors, einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts. Das Meinungsforschungsinstitut hat vom 28. März bis zum 8. April 791 Führungskräfte im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragt.

Nur noch ein Fünftel (21 %) der Manager ist derzeit mit der Lage am heimischen Standort zufrieden – im März waren es noch 27 %. Die große Mehrheit (79 %) bewertet die Rahmenbedingungen dagegen als „eher schlecht“ oder „schlecht“. Damit ist der Anteil der Pessimisten gegenüber März um 5 Prozentpunkte gestiegen. Noch von Oktober vergangenen Jahres bis zum Februar hatten die Führungskräfte die aktuelle Lage kontinuierlich besser beurteilt; im März hatte die Skepsis dann erstmals zugenommen. Besonders kritisch äußerten sich die Chefs in kleinen Unternehmen – und im Baugewerbe fielen die Antworten negativer aus als in den Dienstleistungsunternehmen.

Noch pessimistischer als die Beurteilung der aktuellen Standortbedingungen ist die Einschätzung der Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten ausgefallen. Die Stimmung ist nun wieder so schlecht wie zuletzt Mitte vergangenen Jahres. Nur noch ein Drittel der Manager erwartet verbesserte oder unverändert günstige Rahmendaten. Zu Jahresbeginn hatten sich 47 % der Befragten zuversichtlich gezeigt. Statt dessen rechnen derzeit 67 % statt zuvor 60 % mit verschlechterten oder gleich schlecht bleibenden Bedingungen. Unzufriedener als im März äußerten sich vor allem Manager aus den Branchen Metall/Elektro/Fahrzeug- und Maschinenbau.

Zuversichtlicher sind dagegen die Führungskräfte in der Dienstleistungsbranche. Auch die monatliche Umfrage des Münchener Ifo-Instituts im April unter 7000 Unternehmern war bereits den zweiten Monat in Folge schlechter ausgefallen. „Die Risiken für die Konjunkturerholung nehmen zu“, hatte Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, den Rückgang kommentiert. Nachdem nun in der vergangenen Woche ein Rückgang der Industrieproduktion im Januar gemeldet wurde, werden die Ökonomen zunehmend skeptischer. Es zeichnet sich ab, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal dieses Jahres nur mäßig gewachsen sein dürfte. Auch 38 % der von Psephos befragen Top-Manager sind der Meinung, dass sich die Konjunkturaussichten für 2004 seit Jahresbeginn „eher verschlechtert“ hätten.

Mit 34 % findet ein annähernd gleich großer Anteil , dass sich die Perspektiven seitdem nicht verändert haben. Nur ein Viertel hat seit Jahresbeginn eine Verbesserung festgestellt – und liegt damit auf einer Linie mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement.

Die gedrückte Stimmung spiegelt sich auch in den Investitions- und Beschäftigungsplänen für die kommenden zwölf Monate wider. Zwar planen unverändert 22 % der Unternehmen, mehr Geld für Maschinen und Anlagen auszugeben. Immerhin ein Viertel – fünf Prozentpunkte mehr als im März – will die Investitionen allerdings verringern. Die Mehrheit (53 % nach zuvor 57 %) plant, die Investitionen konstant zu halten. Inzwischen hat der Pessimismus auch den Dienstleistungssektor sowie die Branchen Handel und Verkehr erreicht.

Schlecht steht es auch um die Beschäftigungspläne: 39 % der Manager wollen den Personalbestand verringern. Im März waren es 37 %. Nur noch 15 % nach zuvor 17 % planen Neueinstellungen. Unverändert 46 % wollen die Zahl der Beschäftigten in den kommenden zwölf Monaten konstant halten.

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