Handelsblatt Business-Monitor
Top-Manager geraten in Hochstimmung

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn in einem Stimmungshoch. Die Manager in den Unternehmen beurteilen ihre Lage einer Handelsblatt-Umfrage zufolge positiv und sehen den Standort auf gutem Wege. Sie wollen mehr investieren und ihre Mitarbeiterzahl deutlich aufstocken.

DÜSSELDORF. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage unter deutschen Spitzenmanagern. Alle Indikatoren weisen derzeit Bestwerte seit der ersten Erhebung des Monitors im März 1999 auf.

Die gute Stimmung hat Folgen: Sowohl das Investitions- wie auch das Beschäftigungsklima bei Unternehmen ab hundert Beschäftigten steigt. 37 Prozent der Betriebe wollen Investitionen verstärken, nur noch sieben Prozent wollen sie verringern. Bei Großunternehmen ist die Investitionsneigung noch stärker als bei mittleren oder kleinen.

Rund vier von fünf Managern äußern sich positiv zum Standort Deutschland und nennen die gegenwärtigen Bedingungen hierzulande „gut“ oder „eher gut“. Und mit 18 Prozent nennen weniger Manager die hiesige Lage „schlecht“ oder „eher schlecht“ als am Jahresende 2006 (22 Prozent). Vor allem Führungskräfte aus Großunternehmen, der Dienstleistungsbranche sowie der Bauwirtschaft sind derzeit eine Nuance freundlicher gestimmt als der Durchschnitt aller Befragten.

Der Trend zu positiveren Lageeinschätzungen hat bereits zum Jahreswechsel 2005/06 eingesetzt, also kurz nach dem Regierungswechsel. Mit weniger als 60 Prozent war zu Jahresbeginn 2006 der Anteil der zufriedenen Spitzenmanager aber noch deutlich geringer, der Anteil der Standortkritiker mit mehr als 40 Prozent dagegen klar höher. So optimistisch wie derzeit im Hinblick auf die künftigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft am Standort Deutschland waren die Spitzenmanager seit acht Jahren nicht.

Für die nahe Zukunft sind die Manager äußerst zuversichtlich: 80 Prozent rechnen damit, dass sich die Standortbedingungen in den kommenden zwölf Monaten „verbessern“ und „gleich gut bleiben“. Im Dezember sagten das 74 Prozent, im November 61 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Skeptiker, die „gleich schlechte“ oder „verschlechterte“ Bedingungen erwarten, von rund 40 Prozent auf 21 Prozent fast halbiert. Einzig im September des Boomjahres 2000 war der Anteil der Pessimisten annähernd so gering.

Damit fügt sich der Handelsblatt Business-Monitor in das Konjunkturbild, das auch der Ifo-Index derzeit zeichnet. Die von dem Münchener Institut befragten Unternehmen hielten Ende Januar die derzeitige Geschäftssituation zwar weiter für sehr gut, sahen sie allerdings nicht mehr ganz so positiv wie im Vormonat. Gleichzeitig blicken die Firmen noch optimistischer in das kommende halbe Jahr als zuvor. So rechnet Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn „nach einem leichten Dämpfer zu Jahresbeginn“ damit, dass die Konjunktur „im Laufe der nächsten Monate wieder Fahrt aufnehmen wird".

Wie gut sich die deutsche Wirtschaft am Jahresende 2006 tatsächlich entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt heute bekannt. Volkswirte rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal seine geringste Zuwachsrate des vergangenen Boomjahres aufgewiesen hat. Im Gesamtjahr 2006 hatte das BIP einer ersten Schätzung der Bundesstatistiker zufolge um 2,5 Prozent zugelegt.

Für die repräsentative Umfrage befragt das Marktforschungsunternehmen Psephos neun Mal jährlich im Auftrag des Handelsblattes und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Spitzenmanager. Für die aktuelle Erhebung wurden Ende Januar bis Anfang Februar knapp 800 Unternehmenslenker interviewt.

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