Handelsblatt Business-Monitor
Unternehmen rüsten sich gegen Währungsrisiken

Jahrelang haben deutsche Konzerne den immer stärker werdenden Euro gut weggesteckt – schließlich beflügelte das enorme Wachstum der Weltkonjunktur auch so die Exporte. Doch seitdem die Immobilien- und Finanzkrise die Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht, spüren viele Firmen die Wettbewerbsnachteile durch die starke Währung.

FRANKFURT/DÜSSELDORF 40 Prozent der Topmanager berichten inzwischen über negative Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Das ergibt der Handelsblatt Business-Monitor, eine Umfrage von Psephos unter knapp 800 Führungskräften im Auftrag dieser Zeitung und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Besonders die exportstarken Branchen wie Chemie, Metall- und Elektroindustrie sowie der Fahrzeug- und Maschinenbau berichten über merklich ungünstige Effekte – also jene Sparten, die ungeachtet der Abkühlung in den USA weiter boomen.

Dass mit 40 Prozent ebenso viele Topmanager keine Auswirkungen der Dollar-Schwäche für ihre Unternehmen sehen, dürfte vor allem daran liegen, dass sie sich erfolgreich gegen den Dollar-Verfall gewappnet haben. Zu den ergriffenen oder geplanten Aktivitäten als Reaktion auf den teuren Euro zählt für ein Viertel der Topmanager eine veränderte Einkaufsstrategie. Dazu gehören neue Produktionsstätten und Verträge mit Zulieferern, die im Dollar-Raum tätig sind. Auf diese Weise entpuppt sich die Dollar-Krise als Chance, billig einzukaufen. Obendrein streuen Konzerne ihre Risiken, indem sie in verschiedenen Währungsräumen produzieren und einkaufen.

Anders als beim Finanzhedging, bei dem Unternehmen sich an den Finanzmärkten gegen künftige Währungsschwankungen mit Derivaten absichern – das ist übrigens nur für 16 Prozent der für den Handelsblatt Business-Monitor Befragten ein Thema –, kosten Veränderungen beim Einkauf zwar mehr Zeit, wirken aber langfristig effektiver. Die Form des „natural hedging“ betrifft Maschinen und Rohmaterialien, Logistik, Forschung und Entwicklung bis hin zur Einstellung von Fachkräften. Einen amerikanischen Ingenieur können Unternehmen aus der Euro-Zone heute um fast 20 Prozent günstiger engagieren als noch vor einem Jahr.

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