Handelsblatt Business-Monitor
Unternehmen wollen einstellen und investieren

Die deutsche Wirtschaft bleibt im Stimmungshoch. Die hiesigen Unternehmen bewerten die aktuelle Lage positiv und rechnen mit verbesserten Standortbedingungen in den kommenden zwölf Monaten. In dieser Zeit wollen sie die Zahl ihrer Mitarbeiter erhöhen sowie mehr investieren.

DÜSSELDORF. Das sind die Kernaussagen des Handelsblatt Business-Monitor, einer exklusiven Umfrage des Handelsblatts. Mehr Mitarbeiter einstellen als entlassen – dieser Trend begann in den deutschen Unternehmen bereits im Dezember 2005 und setzt sich seither fort. Im September gaben nun 30 Prozent der befragten Manager an, in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Beschäftigte einstellen zu wollen. Dagegen haben 19 Prozent vor, ihre Mitarbeiterzahl zu verringern. Dieser Saldo war Ende 2005 noch deutlich geringer als elf Prozentpunkte. Damals planten 26 Prozent einen Beschäftigungsaufbau, 23 Prozent einen Abbau.

Die Belebung auf dem Arbeitsmarkt dürfte also nach dem zuletzt rückläufigen Trend bei den Arbeitslosenzahlen anhalten. Die Zahl der Erwerbslosen war laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im August gegenüber dem Vormonat auf 4,372 Millionen gesunken. Die Septemberzahlen gibt die BA am Donnerstag bekannt.

Für den aktuell positiven Beschäftigungseffekt sorgen der Handelsblatt-Umfrage zufolge allein Kleinunternehmen mit hundert bis 500 Mitarbeitern, die die Mehrzahl der Befragten ausmachen. In dieser Kategorie liegt der positive Saldo bei 16 Punkten: 30 Prozent wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, 14 Prozent wollen abbauen. Dagegen planen in den Unternehmen mit 500 bis 5 000 Beschäftigten jeweils 28 Prozent einen Abbau beziehungsweise Zuwachs ihrer Mitarbeiterzahl. Bei den Großunternehmen sind beide Gruppen noch größer: 35 Prozent wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, ebenso viele wollen Beschäftigte entlassen.

Ein weiteres Indiz für die dennoch insgesamt zuversichtliche Einschätzung der mittelfristigen Zukunft sind die Investitionspläne der Führungskräfte. Etwa ein Drittel der Konzernlenker plant in den kommenden zwölf Monaten, mehr zu investieren. Weniger investieren wollen nur zehn Prozent. Der Saldo war im August ebenso hoch gewesen. Deutlich investitionsfreudiger als die Mehrheit der Führungskräfte präsentieren sich die Manager der Unternehmen mit mehr als 5 000 Beschäftigten: 42 Prozent der Großunternehmen wollen ihre Investitionen steigern.

Wie gut gestimmt die deutschen Unternehmen zur Zeit sind, hatte zuletzt auch der Ifo-Geschäftsklimaindex gezeigt: Das Barometer war zwar zwei Mal leicht gesunken – allerdings auf weiter sehr hohem Niveau. Die Septemberwerte veröffentlicht das Münchener Institut heute.

Das Marktforschungsinstitut Psephos hat in der Zeit vom 8. bis 21. September mehr als 800 Spitzenmanager im Auftrag des Handelsblattes und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragt.

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