Handelsblatt Business-Monitor
Wirtschaft gibt Berlin schlechte Noten

Die Unternehmen hatten sich viel von der großen Koalition versprochen. Der Bundesregierung schlägt jedoch mittlerweile zunehmende Skepsis der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft entgegen. Das gilt sowohl für die Spitzenpolitiker der Union, als auch für die der Sozialdemokraten. Mit einer Ausnahme.

DÜSSELDORF/BERLIN. Auf einer Skala von eins („sehr gut“) bis fünf („sehr schlecht“) schneidet Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit einer 2,4 derzeit am besten ab – und steigerte sein Ansehen als einziges Regierungsmitglied in den letzten fünf Monaten. Das geht aus dem Business-Monitor hervor, einer exklusiven Handelsblatt-Umfrage (siehe „Handelsblatt Business-Monitor“).

Die höchste Prestige-Einbuße verzeichnet Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Chefin wird derzeit mit der Note 3,3 bewertet, nach einer 2,5 im April. Sie sank also im Ansehen der Top-Manager um 0,8 Punkte, während die anderen im Einzelnen bewerteten Kabinettsmitglieder sich um 0,2 und 0,3 Punkte deutlich weniger verschlechterten. Im April hatten mit 55 Prozent noch mehr als die Hälfte der Befragten den Kurs der Regierungschefin als „sehr gut“ oder „gut“ bezeichnet; zu Jahresbeginn sogar mehr als 70 Prozent. Derzeit sind es gerade einmal elf Prozent.

Trotz der Verschlechterung schneidet Merkel bei den Top-Managern aber immer noch besser ab als ihr Vorgänger Gerhard Schröder fast durchgängig in seiner zweiten Amtszeit. Der SPD-Politiker konnte nur Ende 2001 und Ende 2004/Anfang 2005 ähnliche Werte erreichen wie Merkel jetzt. Zu anderen Zeiten beurteilten die deutschen Spitzenmanager seine Regierungsarbeit deutlich schlechter.

Am wenigsten trauen die Top-Manager derzeit Wirtschaftsminister Michael Glos zu. Der CSU-Politiker macht ihrer Einschätzung nach eine zunehmend schlechte Figur in seinem Amt. Seine Note sank im August weiter von 3,1 zu Jahresbeginn, einer 3,4 im April auf nun 3,7. Dabei hat sich die Zahl der ausdrücklichen Kritiker, die Glos eine vier oder fünf geben, von 22 auf 61 Prozent fast verdreifacht. Als „gut“ stuft den Minister des Schlüsselressorts nur noch jeder zwanzigste Top-Manager ein.

Ebenso wie Glos haben seine sozialdemokratischen Kollegen Peer Steinbrück und Franz Müntefering im Vergleich zur letzten Umfrage im April an Ansehen verloren. Der Arbeitsminister steht aber mit einer 3,5 nach einer 3,2 im April wie auch der Finanzminister mit einer 3,1 nach einer 2,9 in der Gunst der Spitzenmanager noch besser da als Glos.

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