Handelsblatt Business-Monitor
Wirtschaft plant massiv Neueinstellungen

Seit 1999 wird der „Handelsblatt Business-Monitor“ erhoben, eine exklusive Umfrage unter deutschen Top-Managern, und noch nie war die Stimmung unter den Führungskräften so gut wie heute: Die Investitionsvorhaben und die Einstellungsbereitschaft sind auf neue Rekordstände geklettert. Doch die wiedererlangte Stärke birgt auch einen Nachteil.

DÜSSELDORF. Gleichzeitig bezeichnet die Mehrheit der Manager die in Fahrt gekommene Investitionstätigkeit sowie die Erholung am Arbeitsmarkt und des Inlandskonsums als Grund für ihre Erwartung, dass der Aufschwung in das kommende Jahr trägt.

43 Prozent der Unternehmen wollen demnach in den nächsten zwölf Monaten ihre Investitionen erhöhen. Nur einmal, im September 2000, war der Anteil derart hoch – allerdings planten damals deutlich mehr Manager als heute eine Verringerung der Investitionen. Vor einem Jahr, als der Aufschwung Deutschland schon erfasst hatte, wollten noch deutlich weniger Unternehmen mehr investieren, dafür aber fast doppelt so viele ihre Investitionen zurückschrauben.

Ebenfalls gestiegen, auf 41 Prozent, ist die Zahl der Unternehmen, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen. Für diesen Höchstwert der geplanten Neueinstellungen haben vor allem die Unternehmen der Dienstleistungs- sowie der Baubranche gesorgt. Beschäftigte entlassen wollen dagegen nur elf Prozent – ein historischer Tiefstwert seit Umfragebeginn 1999.

Bei dem jetzigen Konjunkturaufschwung handelt es sich aus Sicht des Chefs des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, „um mehr als um eine gewöhnliche zyklische Bewegung“. Verglichen mit Erholungsphasen seit 1991 sei ein von Investitionen getragener Zyklus zu beobachten. Die Frühjahrsumfrage des IW bei Unternehmen bestätigt den Trend des Handelsblatt Business Monitor.

Er könne sich nicht an einen derart starken Investitionsboom in Fabrikationsanlagen in Deutschland erinnern, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Hannes Hesse, dem Handelsblatt. Dass die deutsche Wirtschaft den Abschwung in den USA „nicht einmal gemerkt“ habe, liege an der zunehmenden Nachfrage aus dem Inland sowie anderer Länder. „Keiner wusste, dass so viele Regionen der Welt sich parallel so prall entwickeln werden“, sagte Hesse. Die deutschen Maschinenbauer profitieren davon immens: Sie hatten im März den höchsten Auftragszuwachs seit mehr als 30 Jahren verbucht – dank einer ungebrochenen Investitionslaune im Inland und eines boomenden Großanlagengeschäfts im Ausland.

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