Handelsblatt-Umfrage: Top-Manager mit Merkel unzufrieden
Wirtschaft will Christian Wulff

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel ist nach Ansicht der Mehrheit der deutschen Spitzenmanager nicht die geeignete Kanzlerkandidatin der Union. Nur 22 Prozent derTopmanager wünschen sich Merkel als Spitzenkandidatin. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage unter 800 Führungskräften der deutschen Wirtschaft.

doh DÜSSELDORF. Dagegen sprechen sich 38 Prozent der Befragten für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff aus. Knapp zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten beurteilen die Arbeit der CDU/CSU-Opposition als „schlecht“ oder gar „sehr schlecht“.

Das schwache Abschneiden Merkels ist laut der Umfrage vor allem darauf zurückzufahren, dass die Führungskräfte nicht mehr eindeutig von der wirtschaftspolitischen Kompetenz der Union überzeugt sind, obwohl CDU und CSU noch klar vor den anderen Parteien liegen. Hielten kurz vor der Bundestagswahl 2002 noch 72 Prozent der Führungskräfte die Union in der Wirtschaftspolitik für leistungsfähiger als die rot-grüne Bundesregierung sind es jetzt nur noch 53 Prozent. Mehr als 60 Prozent der Führungskräfte beurteilen sowohl die Arbeit der Unions-Opposition als auch die der CDU-Vorsitzenden als „schlecht“ oder „sehr schlecht“.

Sollte die CDU die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verlieren, kommt die CDU-Vorsitzende Angela Merkel nach Auffassung deutscher Top-Manager kaum noch als Kanzlerkandidatin der Union in Frage. 69 Prozent der Führungskräfte halten Merkels Chancen, die Partei als Spitzenkandidatin in die Bundestagswahl zu führen, nach Niederlagen in den beiden Ländern für „gering“ oder „sehr gering“. Das zeigt der Handelsblatt Business-Monitor, eine repräsentative Umfrage unter Topmanagern. Schon jetzt hat Merkel nach Ansicht von drei Viertel der Befragten zu wenig Rückhalt in den eigenen Reihen, um die Partei erfolgreich in den Bundestagswahlkampf zu führen.

Parteienforscher Jürgen Falter von der Uni Mainz sucht nach den Ursachen für das getrübte Verhältnis: „Durch den faulen Kompromiss in der Gesundheitspolitik wurde sehr viel Vertrauen verspielt,“ sagt Falter. Die Wirtschaft werde zudem von vielen einfach nicht als das Gebiet von Merkel angesehen. „Seit dem Rückzug von Friedrich Merz gibt es zurzeit keinen mehr, der als Sprachrohr der Union in der Wirtschafts- und Finanzpolitik den Takt angibt“, sagt Falter.

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