Italiens Führungskräfte mit Außenpolitik unzufrieden
Manager nehmen Terrorgefahr ernst

Der Irak-Krieg und die Besetzung des Landes durch die von den USA geführte „Koalition der Willigen“ haben nach Ansicht europäischer Manager die Terrorgefahr eher erhöht als gesenkt. Insbesondere die Unternehmenslenker in den am Krieg beteiligten Ländern sehen eine hohe Terrorgefahr und stehen der Außenpolitik ihrer Regierungen eher kritisch gegenüber.

FRANKFURT/M. Dies geht aus dem jüngsten Handelsblatt Business-Monitor International hervor. Im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragten hierfür die Meinungsforschungsinstitute Psephos und Innofact 1 004 Manager der ersten und zweiten Führungsebene in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.

In Italien und Großbritannien gaben 77 Prozent bzw. 74 Prozent der Befragten an, die Terrorgefahr sei unverändert hoch oder habe in den letzten sechs Monaten zugenommen. In Deutschland, das sich wie Frankreich der US-Koalition nicht angeschlossen hatte, teilten nur 56 Prozent diese Einschätzung. In Frankreich waren dagegen mit 45 Prozent mehr Befragte der Ansicht, die Gefahr sei unverändert niedrig oder habe abgenommen.

Mit den außenpolitischen Maßnahmen ihrer Regierung gegen die Terrorgefahr zeigten sich in Italien 48 Prozent der Führungskräfte „sehr unzufrieden“ oder „eher unzufrieden“ gegenüber nur 43 Prozent Zustimmungsanteil. In Großbritannien überwogen die positiven Einschätzungen die negativen nur leicht mit einem Saldo von drei Prozentpunkten. Dagegen findet die Außenpolitik Frankreichs und Deutschlands mit positiven Salden von 58 und 19 Prozentpunkten eine deutlich größere Zustimmung bei den Führungskräften der Wirtschaft.

Etwas mehr als die Hälfte der Top-Manager geht davon aus, dass die Ölpreise auf Grund der Terrorgefahr mittelfristig nach oben getrieben werden. Hier ist der Pessimismus in Deutschland besonders ausgeprägt, während man in der britischen Wirtschaft diese Gefahr für deutlich kleiner hält. Dass die gestiegenen Ölpreise die eigenen Geschäfte bereits „sehr stark“ oder „eher stark“ belasten, gab ein Drittel der Manager an.

Die direkten Auswirkungen der Terrorgefahr auf die Konjunktur im eigenen Land stufen die meisten Manager als gering ein. Nur 22 Prozent sehen eine sehr starke oder eher starke Belastung. Auch hier ist der Pessimismus in Italien mit Abstand am größten (45 Prozent), in Deutschland dagegen mit neun Prozent am wenigsten vorhanden.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
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