Jedes vierte Unternehmen nutzt Discount-Flüge intensiv
Manager entdecken Billigflieger für Geschäftsreisen

Immer mehr Unternehmen in Deutschland setzen bei Geschäftsreisen auf Billig-Flieger. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter den Top-Managern des Landes. Mehr als jedes vierte Unternehmen nutzt inzwischen intensiv Discount-Flieger wie Germanwings oder Ryanair für den schnellen geschäftlichen Trip, lautet das Ergebnis des Handelsblatt-Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage unter rund 800 deutschen Top-Managern.

DÜSSELDORF. Das seit einiger Zeit deutlich zunehmende preisaggressive Angebot der Billigflieger wird von 28 % der befragten Top-Manager aus Unternehmen ab 100 Beschäftigten „sehr stark“ oder „stark“ frequentiert. Ein weiteres Drittel (34 % ) der Unternehmen nutzt die Discount-Angebote nach Auskunft ihrer Führungskräfte sporadisch. Nur eine Minderheit von 37 % verzichtet dagegen komplett auf dienstliche Flüge mit den preisgünstigen Airlines.

Auffallend ist: Das Alter der Führungskräfte scheint eine große Rolle dabei zu spielen, wie stark sich ein Unternehmen für oder gegen Billig-Flieger entscheidet. Jüngere Top-Manager haben offenbar deutlich geringere Berührungsängste als ältere, zeigt die Umfrage: 40 % aller Entscheider, die jünger sind als 40 Jahre, haben ihr Unternehmen zu starken oder sehr starken Nutzern von Billig-Fliegern gemacht – bei den über 60 Jahre alten Managern sind es dagegen nur 24 %.

Auch von der Größe eines Unternehmens hängt die Akzeptanz der Discount-Flieger ab. Kleine und mittlere Firmen achten intensiver auf ihre Reisekosten als Konzerne: Während 12 % der kleinen Unternehmen die Angebote sehr stark nutzen, sind es bei Großunternehmen nur 4 %.

Eine Bedrohung ist dieser Trend vor allem für die Linienflug-Gesellschaften, zeigt die Umfrage. Denn in fast zwei Dritteln (60 %) der Unternehmen, die Discount-Airlines nutzen, geht dies zu Lasten klassischer Fluggesellschaften. Dagegen schränkt nur jeweils rund jedes fünfte Unternehmen seine dienstlichen Bahn- oder Autofahrten wegen der Billig-Flieger ein.

Offenbar stehen Ryanair, Germanwings und Co. aus Sicht der Führungskräfte kaum oder gar nicht im Wettbewerb zum Auto oder zur Bahn. Das muss für Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ernüchternd sein. Denn die Deutsche Bahn AG hatte ihr Ende 2002 eingeführtes Preissystem auch mit der verstärkten Konkurrenz der Billig-Flüge begründet.

Doch die Geschäftskunden haben im ersten Halbjahr kaum auf die Tarifreform der Bahn reagiert, zeigt der Handelsblatt Business Monitor: Während das Unternehmen im ersten Halbjahr 2003 wegen der neuen Preis-Struktur öffentlich massiv in die Kritik geriet und der Bahn die Privatkunden in Scharen davon liefen, zogen die große Mehrheit der Geschäftsreisenden aus den neuen Preisen keine Konsequenzen: Nur 7 % der Firmen schränkte deswegen die geschäftliche Nutzung der Bahn ein. Das seit Sommer erneut überarbeitete Preissystem steigert die Attraktivität der Bahn für die Unternehmen allerdings kaum: Nur 14 % der Firmen wollen wegen der erneuten Tarifreform für Geschäftsreisen wieder verstärkt auf die Schiene umsteigen.

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