Kapitalismusdebatte schadet Ansehen der Regierung nicht
Top-Manager favorisieren Wulff

In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft wünscht sich eine deutliche Mehrheit den niedersächsischen Ministerpräsident Christian Wulff als Kanzlerkandidaten der Union für die Bundestagswahl 2006. Im Handelsblatt Business Monitor, einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege, sprachen sich im Mai 54 Prozent für Wulff aus.

BERLIN. CDU-Chefin Angela Merkel ist dagegen weiterhin nur für 22 Prozent die beste Kanzlerkandidatin. Zu Jahresbeginn hatten auf die gleiche Frage noch 38 Prozent Wulff genannt.

Verloren haben die Regierungschefs von Hessen und Bayern, Roland Koch und Edmund Stoiber: Koch kommt auf neun Prozent (Januar/Februar: 15 Prozent), Stoiber nur noch auf fünf (Januar/Februar: acht Prozent). Die Antworten variieren allerdings nach der Größe der Unternehmen, aus denen die Befragten kommen: Bei Großunternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern hat Merkel deutlich mehr Unterstützer (35 Prozent, Wulff: 40 Prozent). Stoiber ist auch in Süddeutschland nur für neun Prozent Favorit. Wulff dagegen hat in Norddeutschland mit 62 Prozent deutlich mehr Rückhalt als im Bundesschnitt.

Die von SPD-Chef Franz Müntefering angestoßene Debatte um angebliche Auswüchse des Kapitalismus beeindruckt die Wirtschaftselite in Deutschland offenbar weder positiv noch negativ – dem ohnehin mäßigen Ansehen der Bundesregierung schadet sie jedenfalls nicht weiter. Auf einer Notenskala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht) verharrt die Leistungsbewertung der Bundesregierung bei 3,8.

Auch die Noten der wichtigsten Kabinettsmitglieder stehen auf dem Stand des Vormonats: Kanzler Gerhard Schröder wird mit 3,6 weiterhin skeptisch bewertet, sein Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement nur geringfügig besser (3,4). Finanzminister Hans Eichel bildet wie schon seit Monaten mit 4,0 das Schlusslicht der Tabelle – ein Platz, den er allerdings seit neuestem mit dem einstigen Lieblingsminister der Wirtschaft, Außenminister Joschka Fischer, teilt: Dieser verharrt ebenfalls bei 4,0 und hat es somit nicht geschafft, sich aus seinem Visa-Ansehenstief wieder herauszuarbeiten.

Wenig Bewegung gibt es auch bei der Opposition: Die CDU/CSU erhält weiterhin die Note 3,4 und teilt diese Bewertung mit CDU-Chefin Angela Merkel, die im Vormonat noch etwas besser lag (3,3). Der gleiche Befund, nur eine Etage tiefer, bei der FDP: Die Partei liegt bei 3,8, ihr Vorsitzender Guido Westerwelle verbessert sich um einen Zehntelpunkt auf 3,9.

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