Keine Besserung bei Beschäftigung
Top-Manager geben Standort bessere Noten

Die April-Umfrage des Handelsblatt Business-Monitors bestätigt den Anstieg anderer Stimmungsindikatoren, beispielsweise des Ifo-Geschäftsklima-Indexes. Allerdings trüben altbekannte Probleme den Optimismus: Die Baukonjunktur lahmt und die Mehrzahl der Firmenchefs will weiter Stellen streichen.

DÜSSELDORF. Deutsche Führungskräfte sind wieder zuversichtlicher: Die Zukunftsaussichten für den Standort Deutschland in den kommenden zwölf Monaten werden so positiv beurteilt, wie seit Mai 2001 nicht mehr. Gleichzeitig planen jetzt auch wieder mehr Firmenlenker, die Investitionen zu erhöhen. Da passt ins Bild, dass die Mehrheit der Unternehmer im kommenden Jahr mit steigenden Gewinnen rechnet. Die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr sind indes noch verhalten. Die positive Grundstimmung wirkt sich aber kaum auf die Beschäftigungspläne aus. Nach wie vor wollen die meisten Unternehmen die Beschäftigung reduzieren.

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Die Ergebnisse des Handelsblatt Business-Monitors passen zu den Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute: Erst für 2003 wird mit einem kräftigen Wachstum gerechnet. Die im März veröffentlichten Schätzungen der Wirtschaftsforschungsinstitute reichen von 2,6 % bis 2,8 %. Den niedrigeren Wert hat das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) errechnet, den höheren das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). Die Vorhersagen der Institute für 2002 rangieren zwischen 0,6 % und 0,8 %. Allerdings haben viele Banken-Volkswirte ihre Wachstumserwartungen für 2002 jüngst nach oben korrigiert: Die Commerzbank setzt auf ein Wirtschaftswachstum von 1 % statt bisher 3/4 %.

Auch die zuletzt veröffentlichten Stimmungsindikatoren stützen den Konjunkturoptimismus teilweise. So ist der Ifo-Geschäftsklima-Index, der auf einer Umfrage unter Unternehmer beruht, im März den vierten Monat in Folge gestiegen. Der ZEW-Indikator, dem eine Befragung von Analysten zu Grunde liegt, ist im April allerdings leicht zurück gegangen. Die so genannten harten Daten, die den Stimmungsindikatoren zeitlich hinterherlaufen, bremsen den Optimismus ein wenig: Die Februar-Zahlen zu den Auftragseingänge in Deutschland beispielsweise waren eine einzige Enttäuschung. Statt des erwarteten Plus von 1 % bekamen die Industrie-Unternehmen 1 % weniger Aufträge als im Januar. Dagegen hat die Produktion im verarbeitenden Gewerbe in den ersten beiden Monaten insgesamt stagniert.

Der Business-Monitor zeigt im Detail, dass derzeit 24 % der Führungskräfte mit verbesserten Standortbedingungen in den kommenden zwölf Monaten rechnen. Vor einem Monat waren es erst 17 %; der Tiefpunkt war im Dezember mit nur 10 % erreicht worden. Die Zahl der Top-Manager, die mit einer immerhin noch „gleich gut“ bleibenden Lage rechnen liegt mit 14 % nur marginal über dem Vormonatsniveau. Die Zahl der Pessimisten, die von einer Verschlechterung der Standortbedingungen ausgehen, hat von 42 % im März auf 31 % abgenommen. Besonders zuversichtlich sind Führungskräfte aus dem Dienstleistungsbereich, getrübt ist die Stimmung dagegen weiter im Baugewerbe. Insgesamt wird der Standort von kleinen Firmen aber mit größerer Sorge betrachtet als von Großunternehmern.

Bei den Investitionen hält sich die Mehrheit der Firmenlenker nach wie vor zurück: die Hälfte plant, in den kommenden zwölf Monaten, die Investitionen konstant zu halten. 20 % der Befragten wollen mehr investieren – im März waren es nur 16 %. Vor einem Jahr allerdings lag die Quote noch bei 30 %. Die Zahl der Unternehmer, die weniger investieren wollen, ist auf 28 % von 36 % deutlich zurück gegangen. Positiv ist, dass der Saldo aus Optimisten und Pessimisten nun immerhin den günstigsten Stand seit September 2001 erreicht. Investitionsfreudiger sind vor allem Großunternehmen sowie das verarbeitende Gewerbe und der Handel geworden.

Keinen Lichtblick gibt es dagegen bei der Beschäftigung: Die Mehrzahl der Unternehmer plant Personalabbau. Ihr Anteil lag im April mit 38 % gegenüber 41 % im März fast unverändert hoch.

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