Manager stellen sich auf weit reichende Änderungen ein – Druck bei Autos, Handel und Banken: Deutsche Manager erwarten weitere Übernahmen

Manager stellen sich auf weit reichende Änderungen ein – Druck bei Autos, Handel und Banken
Deutsche Manager erwarten weitere Übernahmen

Deutschlands führende Manager rechnen damit, dass sich das Konsolidierungstempo unter den Unternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren beschleunigen wird. Besonders in der Automobilindustrie, im Handel und bei Banken erwartet eine große Mehrheit unter Deutschlands Führungskräften mit mehr Übernahmen und mit mehr Kooperationsvorhaben.

zel DÜSSELDORF. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage unter 885 deutschen Top-Managern im Auftrag von Handelsblatt und der Unternehmensberatung Droege & Comp.

71 Prozent der befragten Führungskräfte sind fest davon überzeugt, dass viele Unternehmen in der näheren Zukunft vor neuen Konsolidierungsschritten stehen. In vielen Branchen werde sich die Zahl der Anbieter reduzieren. Eine kleine Minderheit von gerade einmal neun Prozent glaubt, dass es in ihrer Branche in den kommenden Jahren eine größere Zahl von Anbietern geben könnte. Die Befürworter von mehr Wettbewerb rechnen damit, dass Anbieter aus dem Ausland in Deutschland antreten könnten.

Die Manager, die von der Zunahme des Konsolidierungstempos überzeugt sind, kalkulieren vor allem mit einer größeren Zahl von Übernahmen und Fusionen (67 Prozent). 54 Prozent der Befragten stellen sich darauf, dass Konkurrenten durch Insolvenzen verschwinden werden. Immerhin 52 Prozent rechnen mit einer Zunahme der Kooperationen unter den Unternehmen.

Daimler-Chrysler, Autokonzern aus Stuttgart, rechnet schon in diesem Jahr mit mehr Allianzen. „Die Konsolidierung der Industrie wird weitergehen. Wenn auch nicht durch schlagzeilenträchtige unerwartete Fusionen, wohl aber durch weitere Kooperationen“, unterstreicht Daimler-Kommunikationschef Hartmut Schick.

Der Stuttgarter Konzern sucht möglicherweise selbst nach einem geeigneten Kooperationspartner: für den großen Problemfall Smart. Die Kleinwagen-Marke aus Süddeutschland kommt aus den roten Zahlen nicht heraus, die Zusammenarbeit mit einem anderen Automobilhersteller könnte den Konzern aus der misslichen Lage befreien. Ein Beschluss steht noch aus, möglicherweise fällt im Frühjahr eine Vorentscheidung in Sachen Smart. Daimler-Chrysler hat sich jedenfalls schon einmal darauf eingestellt, dass die Weltautomärkte in diesem Jahr mit einem geringeren Tempo als 2004 wachsen werden.

Auch im Handel stehen die Zeichen auf Konsolidierung. „Die Konzentration nimmt weiter zu“, betont Bernd Bothe, Seniorpartner bei Droege & Comp. und dort verantwortlich für den Bereich Handel. Die Unternehmen der Branche könnten nur mit großen Umsätzen auskömmliche Renditen erwirtschaften. Schon die vergangenen Jahre hätten gezeigt, in welche Richtung sich der Handel bewege. 1980 hätten die fünf größten deutschen Lebensmittelhändler gerade einen Umsatzanteil von 26,3 Prozent erreicht, heute liege diese Quote schon bei mehr als 60 Prozent. „Und im Jahr 2010 werden die Top fünf wahrscheinlich mehr als 80 Prozent der Umsätze auf sich vereinigen können“, ist Bothe überzeugt.

Unverändert hoch ist der Kostendruck für die deutschen Unternehmen. Deshalb werden die Firmen auch in den nächsten Jahren Teile ihrer Wertschöpfung verlagern. Ein Drittel (32 Prozent) der befragten Manager will vor allem Bereiche aus der Produktion auf andere Unternehmen oder gleich ins Ausland verlagern, 22 Prozent planen die Verlagerung in der Beschaffung.

Der zunehmende Konsolidierungsdruck stellt zudem auch die deutsche Bankenlandschaft vor neue Herausforderungen – das glauben zumindest die im Business Monitor befragten deutschen Spitzenmanager. Sie meinen, die Banken müssten künftig flexibler sein und bei der Bereitstellung von Kapital mehr Risiko zeigen. Nötig sei dabei auch, das Angebot von Finanzierungsinstrumenten zu verbreitern und zu erneuern.

Der Wunsch nach Veränderung der Banken ist vor allem bei klein- und mittelständischen Unternehmen ausgeprägt – den Firmen, die in der Finanzierung in der Regel auf ihre Banken angewiesen sind. Manager von Großunternehmen – sie können alternativ etwa über die Börse oder über Anleihen das nötige Kapital beschaffen – sehen hingegen einen etwas kleineren Innovationsbedarf bei den Banken.

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