Business-Monitor

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Ministerienverteilung: Top-Manager misstrauen FDP-Führungspersonal

exklusivGeht es nach den Führungskräften in Deutschland, sollten alle für die Wirtschaft besonders relevanten Ministerien von der Union geführt werden.

Hermann Otto Solms: Der FDP-Politiker wird von den Top-Managern als Finanzminister abgelehnt. Quelle: ap
Hermann Otto Solms: Der FDP-Politiker wird von den Top-Managern als Finanzminister abgelehnt. Quelle: ap

BERLIN/FRANKFURT. Offiziell soll es zwar erst am Schluss der Koalitionsverhandlungen um Personalfragen gehen, doch schon jetzt laufen die potenziellen Kandidaten warm. Im Mittelpunkt der Hinterzimmergespräche steht das Bundesfinanzministerium. Trotz der historischen Neuverschuldung, die Peer Steinbrück hinterlässt, buhlen gleich vier Kandidaten um das Amt. Die Liberalen wollen Hermann Otto Solms die Kontrolle der Staatsfinanzen anvertrauen; die CSU geht mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an den Start und Kanzlerin Angela Merkel favorisiert Hessens Ministerpräsident Roland Koch oder Kanzleramtschef Thomas de Maizière.

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Geht es nach den deutschen Chefetagen, scheidet einer des Quartetts aus: Solms – denn für Finanzen soll die Union zuständig sein, so eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Psephos im Auftrag des Handelsblattes und der Unternehmensberatung Droege & Comp. 52 Prozent der 600 befragten Top-Manager sprechen sich dafür aus, dass ein Unionspolitiker Steinbrücks Erbe antreten soll; lediglich 42 Prozent wollen einen FDP-Politiker in dem Amt.

Ähnlich sieht es in den anderen wirtschaftsnahen Ressorts aus: Arbeits- und Wirtschaftsministerium sollten von der Union besetzt werden, so die Manager. Gut zwei Drittel sprechen sich dafür aus, dass die Union die Leitung des bislang von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) geführten Hauses übernehmen sollte; gerade einmal ein Viertel sähe gerne einen FDP-Politiker an der Spitze. Auch das bisher von Karl Theodor zu Guttenberg geführte Wirtschaftsministerium sollte in Unionshand bleiben.

Die Präferenz der Manager für Unionspoltiker ist nicht überraschend. Bereits vor der Wahl hatten die für den Handelsblatt Business-Monitor regelmäßig befragten Führungskräfte die Union für die Ressorts Wirtschaft und Finanzen favorisiert. Lediglich beim Justizressort liegt die FDP in der Gunst der Manager nun vorne: 62 Prozent wollen einen liberalen Politiker auf diesem Posten. Beim Kampf um das Bildungsministerium liegen Union und FDP gleichauf.

Wie das Rennen um die Ministerämter ausgeht, ist offen. Bisher will sich keine Partei in die Karten schauen lassen. Es zeichnet sich aber ab, dass die Forderungen von zu Guttenberg nach einem möglichst mächtigen Wirtschaftsressort nicht umgesetzt werden. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen hat die Union bereits klar gemacht, dass eine Übertragung der wichtigen Finanzmarktabteilung vom Finanz- an das Wirtschaftsministerium ausgeschlossen sei. Seitdem wird spekuliert, dass zu Guttenberg doch auf das Finanzministerium zugreifen könnte – dann bliebe Koch in Hessen und de Maizière wohl im Kanzleramt.

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