Neun von zehn Topmanagern halten den Unionsmann Lothar Späth für kompetenter als den Bundeswirtschaftsminister
Schreckensbilanz für Werner Müller

Deutschlands Manager beurteilen die Arbeit des Bundeswirtschaftsministers höchst miserabel. Der parteilose Werner Müller kommt im Handelsblatt Business Monitor auf eine Kopfnote von gerade mal 3,8 und damit den schlechtesten Wert, den er seit Start des Monitors Anfang 1999 erreichte.

DÜSSELDORF. Kein führender Politiker, gleich welcher Partei, erhält eine vergleichbar schlechte Beurteilung. Vor einem Jahr hatte Müller noch bei 3,3 gelegen, vor eineinhalb Jahren bei 3,1 – doch vorbei.

Ob getrennt nach Ost und West oder Alt und Jung: In keiner Gruppe kann der Wirtschaftsminister Müller signifikant punkten.

So scheint Lothar Späth, der Beauftragte für Wirtschaft im Kompetenzteam der CDU/CSU, den deutschen Unternehmern wie ein rettender Engel Besserung zu verheißen. Denn noch viel klarer als bei der persönlichen Beurteilung fällt das Missfallen der Manager aus, so bald sie Müllers Kompetenz mit der des Unionsmannes Späth vergleichen. Magere 5 % halten mehr von Müller – 91 % sprechen Späth die größeren Fähigkeiten zu. Keiner der beiden hat übrigens einen Heimvorteil: In der Region Mitte, wo Müller vor seinem Wechsel auf den Ministerposten Vorstand bei Eon in Essen war, fällt die Zustimmung mit 4 % noch dürftiger aus, während Späth hier auf 94 % kommt. Der gleiche Effekt trifft den Kontrahenten und Jenoptik-Chef im Osten, wo er mit 89 % seine geringste Zustimmung erzielt, während Müller hier 8 % erreicht.

Auffallend auch, dass Müller bei kleinen Firmen noch schlechter abschneidet als bei großen Unternehmen. Im Baugewerbe etwa könnte das Ergebnis kaum schlechter sein: Nur 1 % der Befragten votieren für Müller, sagenhafte 98 % für Späth.

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Späth durch seine Fernsehpräsenz häufiger präsent ist als Müller und außerdem viel versprechen kann, ohne es derzeit halten zu müssen – zumal offen bleibt, ob Späth bei einem Wahlsieg wirklich als Minister bereit stünde. Tatsache bleibt aber: In den Augen der Wirtschaft hat der Minister der Wirtschaft während seiner Amtszeit versagt.

Quelle: Handelsblatt

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