Pessimistische Führungskräfte
Standort-Skepsis bei Managern wächst

Die Sorgen der deutschen Führungskräfte über die künftige Entwicklung der Standortbedingungen in Deutschland nehmen zu. Sie beeinträchtigen aber kaum die Bereitschaft, mehr Personal einzustellen. Das geht aus dem jüngsten Handelsblatt Business-Monitor hervor.

DÜSSELDORF. Das Hamburger Marktforschungsinstitut Psephos befragte 800 Spitzenmanager im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Nach der jüngsten Umfrage steht die Mehrheit der Top-Manager den Standortbedingungen in den nächsten zwölf Monaten zwar weiterhin positiv gegenüber. Gleichzeitig wächst aber die Zahl derjenigen, die mit einer Verschlechterung rechnen und es sinkt der Anteil derjenigen, die eine Verbesserung erwarten.

In der aktuellen Umfrage – die noch vor den Vereinbarungen der großen Koalition zur Unternehmensteuerreform stattfand – nahm die Zahl der Optimisten im Vergleich zu September deutlich um vier Prozentpunkte ab. Der Rückgang war damit stärker als in den beiden vorherigen Umfragen. Jetzt erwarten nur noch 17 Prozent der Führungskräfte, dass die Standortbedingungen günstiger werden. Genau so hoch ist jetzt aber auch der Anteil der Manager, die überzeugt sind, dass die Bedingungen schlechter werden. Noch im September war dies nur bei 15 Prozent der Fall. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Pessimisten in kleinen und großen Unternehmen, im verarbeitenden Gewerbe sowie in den Wirtschaftszweigen Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Optimistischer als der Durchschnitt zeigen sich mittlere Unternehmen, Dienstleister und das Baugewerbe.

Gestiegen ist allerdings auch der Anteil der Unternehmen, die gleich gute Bedingungen erwarten. Damit ist wenigstens das Lager der positiven Einstellungen zur Standortentwicklung (insgesamt 61 Prozent) nicht geschrumpft. Gegenüber dem Stimmungshoch zu Jahresbeginn hat es aber um 13 Prozentpunkte abgenommen. Im Januar erwarteten noch 46 Prozent bessere Bedingungen und 28 Prozent gleich gute. Und nur zwei Prozent befürchteten damals, dass der Standort schlechter wird.

Auf die Investitionsbereitschaft wirkt sich die gewachsene Skepsis bisher nur wenig aus. Nach der aktuellen Umfrage sind mit 33 Prozent sogar etwas mehr Unternehmen als im September bereit, ihre Investitionsausgaben in den nächsten zwölf Monaten zu erhöhen. Doch auch der Anteil der Unternehmen, die ihre Investitionsbudgets kürzen wollen, stieg leicht auf elf Prozent. Im Saldo, also der Differenz beider Größen, blieb das Investitionsklima mit 22 Prozentpunkten gleichwohl auf dem Niveau der Vormonate. Es ist damit so gut wie vor sechs Jahren.

Seite 1:

Standort-Skepsis bei Managern wächst

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%