Standort Deutschland bekommt schlechte Noten
Manager wieder pessimistischer

Die Konjunkturerholung in Deutschland vollzieht sich mühselig. Das geht aus der Mai-Umfrage des Handelsblatt-Business-Monitors hervor.

DÜSSELDORF. Die Aussichten des Standorts in den kommenden zwölf Monaten werden pessimistischer als im April beurteilt, nur eine Minderheit der Manager will wieder mehr investieren, Entlassungen stehen an.

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Der Anteil der Pessimisten, die gleich bleibend schlechte oder sogar verschlechterte Aussichten für den Standort erwarten, stieg auf 65 % von 62 %. Nur noch 33 % statt zuvor 38 % rechnen mit gleich guten bis verbesserten Aussichten. Die leichte Aufschwungtendenz, die sich seit Dezember abgezeichnet hatte, ist damit durchbrochen.

Die zurückhaltende Stimmung spiegelt sich auch in den Investitionsplänen wider. Weiterhin wollen gegenüber April unverändert 51 % der Chefs ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten konstant halten. 29 % nach zuvor 28 % wollen gar weniger investieren. Die insgesamt schlechte Grundstimmung schlägt auf die Beschäftigungspläne durch: 40 % statt vorher 38 % der Unternehmer wollen Leute entlassen. Nur noch 14 % wollen Personal einstellen. Im April waren es immerhin noch 17 %.

Damit bestätigt die Umfrage die Tendenz des Handelsblatt-Frühindikators. Das Barometer hat im Mai stagniert, nachdem es zuvor fünf Monate in Folge gestiegen war. Das zeigt: Europas größte Volkswirtschaft hat zwar zum Start in den Aufschwung angesetzt hat, die bisherige Entwicklung mutet aber ziemlich kraftlos an: Das deutsche Konjunktur-Zugpferd, der Außenhandel, lahmt. Im ersten Quartal gingen die Ausfuhren im Jahresvergleich um 2,0 % zurück.

Hinzu kommt, dass die Industrie-Nachfrage stockt, der Konsumstreik der Verbraucher anhält und die Investitionsbereitschaft gegen Null geht. Darunter leidet vor allem der Einzelhandel. In den ersten drei Monaten dieses Jahres musste die Branche Umsatzeinbußen hinnehmen. Auch die Umfrage des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter Analysten und institutionellen Anlegern hatte am Dienstag ein schlechteres Ergebnis gezeigt. Der Index zur Konjunkturerwartung ist zurück gegangen.

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