Standort wird erneut positiver beurteilt
Schwarz-Gelb soll die Konjunktur retten

Die Konjunktur braucht einen Regierungswechsel, ist sich die Mehrzahl der deutschen Manager einig. Das ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt-Business-Monitors.

DÜSSELDORF. Stolze 74 % der befragten Führungskräfte trauen einer schwarz-gelben Koalition eine nachhaltige Verbesserung der konjunkturellen Lage zu. Nur 4 % sehen diese Kompetenz eher bei Rot-Grün. Dabei tendieren Manager über 60 Jahre oder aus Großunternehmen besonders deutlich zum Lager von Stoiber, Merkel sowie Westerwelle & Co. Auf keinen der beiden politischen Blöcke vertrauen indes 21 %.

Immerhin knapp die Hälfte der befragten Führungskräfte ist überzeugt, dass die Bundesregierung „eher viel“ Einfluss auf das Wirtschaftswachstum hat, 15 % sprechen ihr sogar „sehr viel“ Einfluss zu. Nur ein Drittel sieht „eher wenig“ Chancen.

Jüngere Top-Manager schätzen den politischen Einfluss auf die Konjunktur allerdings geringer ein als ältere: 53 % der Firmenlenker unter 40 Jahren trauen der Regierung „sehr viel“ oder „eher viel“ Einfluss zu – bei den älteren Führungskräften ab 60 Jahre sind es sogar 71 %. Von den jüngeren Managern rechnen dagegen 46 % mit „eher wenig“oder sogar „sehr wenig“ Einflussmöglichkeiten, bei den älteren sind es knapp 30 %.

Wenig Unterschiede gibt es zwischen den Einschätzungen von Managern kleiner Unternehmen und denen der Konzernlenker. Jeweils rund zwei Drittel sehen für die Regierung deutliche Spielräume.

Die Umfrage zur Veränderung der Standortbedingungen zeigt, dass sich die Stimmung erneut verbessert hat. Die Zahl der Optimisten, die mit „besseren“ oder „gleich gut bleibenden“ Standortbedingungen in den kommenden zwölf Monaten rechnet, ist auf 53 von 47 % im Juni gestiegen und übertrifft damit zum ersten Mal seit langem die Zahl der Pessimisten. Nur noch 39 % statt zuvor 50 % erwarten „gleichbleibend schlechte“ oder gar „verschlechterte“ Bedingungen. Dabei sind Vertreter von Großunternehmen etwas zuversichtlicher als der Mittelstand. Besonders optimistisch sind die Dienstleister – mit schlechteren Standort-Perspektiven rechnen dagegen mehr Unternehmer als andere aus den Branchen Bergbau, Energie, Öl, Chemie und Kunststoff.

In den optimistischen Erwartungen dürfte sich zum Teil auch der gewünschte Regierungswechsel widerspiegeln, schätzt das Psephos-Insitut. Immerhin 8 % der Manager wollten keine Einschätzung abgeben und erst den Ausgang der Wahl abwarten.

Der Business-Monitor zeichnet ein deutlich freundlicheres Bild als der Ifo-Geschäftsklima-Index – der im August nun schon den dritten Monat in Folge gefallen ist. Die unterschiedlichen Ergebnisse beruhen auf verschiedener Methodik: Das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) stellt konkrete Fragen, beispielsweise zu Auftragseingängen, Export, Produktion und Kapazitätsauslastung. Im Rahmen des Business-Monitors fragt das Psephos-Institut eher nach der Beurteilung der politischen Rahmenbedingungen für den Standort.

Zurückhaltung und Skepsis prägen dagegen weiterhin das Investition- sowie das Beschäftigungsklima. Immerhin konnten beide Indikatoren aber den günstigsten Stand seit Frühsommer 2001 erreichen. Gut die Hälfte der Unternehmen will ihre bisherige Investitionsplanung beibehalten, 22 % wollen mehr investieren und 24 % weniger. Mit Ausnahme des Dienstleistungssektors überwiegt in den anderen Branchen Investitionszurückhaltung.

Nahezu unverändert düster sind die Perspektiven zur Personalplanung: Nur 17 % der Betriebe wollen in den kommenden zwölf Monaten zusätzliches Personal einstellen – doppelt so viele planen dagegen Entlassungen, bei knapp der Hälfte ist keine Änderung in Sicht. Im Unterschied zum Mittelstand, wo die Zuversicht am geringsten ist, sind die Perspektiven bei den Großunternehmen etwas besser.

Im Branchenvergleich sind die Aussichten im Dienstleistungssektor noch am besten. In allen anderen Sektoren – besonders im Bau sowie bei Verkehr, Bergbau, Energie, Öl und Chemie – überwiegt dagegen die Tendenz zum Personalabbau deutlicher. Beispiel Bau: Mehr als jeder dritte Betrieb will Mitarbeiter entlassen, aber nur 6 % neue einstellen. Damit schwinden die Chancen, die Arbeitslosenzahl unter vier Millionen zu drücken, immer mehr.

Quelle: Handelsblatt

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