Unternehmen klagen über Standortprobleme
Schwieriges Umfeld für Innovationen

Deutsche Manager klagen über schlechte Rahmenbedingungen für betriebswirtschaftliche Innovationen in Deutschland. Dies ergibt sich aus dem Handelsblatt Business-Monitor, einer repräsentativen Umfrage, für die das Psephos-Institut im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. 857 Entscheider der Wirtschaft befragt hat.

sfu DÜSSELDORF. Zugleich wächst aber die Einsicht, dass Unternehmen selber aktiv werden müssen, um ihre eigene Ideen-Kultur zu etablieren. Deshalb haben sich unter anderem die Schott AG, Air Liquide und 3M Deutschland zusammengeschlossen und ein Forschungsprojekt in Kooperation mit der Universität Aachen gestartet. Der Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement soll herausfinden, wie Organisationen innovationsfreundlicher werden können. Die Ergebnisse des Projektes „Cultivating Innovation“ werden im September vorgestellt. Dann stehen sie auch anderen Unternehmen zur Verfügung.

Haupthindernisse für Innovationen in Deutschland sind nach Ansicht des Droege-Partners Frank Zurlino das föderalistische deutsche Hochschulsystem und fehlende Leuchtturmindustrien. „Wenn acht deutsche Hochschulen auf dem gleichen Gebiet forschen, ist das nicht sehr effektiv“, sagt Zurlino. 51 Prozent der im Handelsblatt Business-Monitor befragten Entscheider bewerten die Rahmenbedingungen für Innovationen in Deutschland als „eher schlecht“, nur zehn Prozent als „gut“ und 34 Prozent als „sehr gut“. Im Vergleich zur Umfrage des vergangenen Jahres hat sich an dieser Verteilung kaum etwas geändert.

Eine aktuelle Studie der Universität Witten-Herdecke hat allerdings auch ergeben, dass nur zwei Drittel der deutschen Unternehmen eine eindeutige Innovationsstrategie verfolgen. Bei 40 Prozent spielt Ideenmanagement – die gezielte Auswahl von Verbesserungsvorschlägen – keine Rolle. Auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung tut sich nur wenig: Gerade einmal 35 Prozent der befragten Manager gaben im Handelsblatt Business-Monitor an, ihr Forschungsbudget steigern zu wollen. In 39 Prozent der Unternehmen bleibt es gleich, in sieben Prozent der Fälle soll es sinken. „Der Sparzwang in vielen Konzernen gefährdet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit“, warnt Bernd Wirtz, Professor am Institut für strategisches Management der Universität Witten-Herdecke. Innovatoren stehen in deutschen Unternehmen oft schlechter da als gemütlich mit dem Strom schwimmende Sicherheitsfanatiker.

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