Wirtschaft fordert nach Neuwahl eine Verschärfung der Reformen
Top-Manager erwarten Ende von Rot-Grün

Die deutsche Wirtschaft bereitet sich auf einen Regierungswechsel vor. Nach einer repräsentativen Handelsblatt-Umfrage gehen 97 Prozent der deutschen Top-Manager davon aus, dass die rot-grüne Bundesregierung bei der Neuwahl im Herbst abgewählt wird.

ari/doh/rks/kol DÜSSELDORF. Favorit der Führungsetagen ist eine schwarz-gelbe Koalition: 60 Prozent wünschen sich eine Kanzlerin Angela Merkel unterstützt von der FDP. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, für den das Meinungsforschungsinstitut Psephos 842 Top-Manager im Auftrag von Handelsblatt und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragt hat.

Wichtiger noch als die Kandidatenfrage ist der Wirtschaftselite, dass die entscheidenden Themen nun grundsätzlich angepackt und die Reformen verschärft werden. So gehen 80 Prozent der Befragten davon aus, dass Sachthemen die Bundestagswahl dominieren werden.

„Jede neue Bundesregierung steht vor der Aufgabe, mehr Wachstum zu ermöglichen und dauerhaft mehr Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt Klaus-Peter Müller, Vorstandssprecher der Commerzbank. „Dies erfordert langfristig angelegte Strukturreformen, keine nur kurzfristig wirksamen Konjunkturprogramme.“ Bernd Bischoff, Vorstandschef von Fujitsu Siemens Computers, ergänzt: „Wir brauchen ein schlüssiges Konzept, müssen endlich umfassend vorgehen und nicht nur an verschiedenen Stellen flicken.“

Die Hoffnung auf einen politischen Wechsel und damit verbundenen neuen Schwung für die Reformen zieht sich durch alle Umfragen in den vergangenen Wochen. So stieg auch der gestern veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex wieder – nachdem er vorher monatelang gesunken war. Das wichtige Stimmungsbarometer, für das monatlich 7 000 Firmen befragt werden, verbesserte sich von 92,9 auf 93,3 Punkte. Nach Einschätzung der Ifo-Experten hoffen viele Firmen auf Impulse nach einer Neuwahl.

Sogar noch deutlicher fiel der Anstieg des Konjunkturerwartungsindexes des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung aus, der eine Woche zuvor veröffentlicht worden war und der Antworten von Finanzmarktexperten auswertet. Klaus Abberger, Leiter der Ifo-Unternehmensumfragen, erklärte den Unterschied damit, dass beim Ifo-Klima „die Realität vor Ort“ eine größere Rolle spiele. „Die Unternehmen wissen, dass Reformen bei ihnen spät ankommen, zumal sie erst umgesetzt werden müssen.“

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