Zwischenhoch des Kanzlers ist Vergangenheit
Schröder und Fischer verlieren in der Wirtschaft an Ansehen

Der Bundeskanzler und sein Stellvertreter haben in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft erheblich an Ansehen eingebüßt. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt Business-Monitors.

HB BERLIN. Das Hamburger Meinungsforschungsinstituts Psephos hat vom 22. März bis zum 8. April 845 deutsche Top-Manager im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege und Comp. telefonisch befragt. Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht) kommt Kanzler Gerhard Schröder (SPD) im April auf die Note 3,6. Im Vormonat lag er noch bei 3,4, Anfang des Jahres bei 3,1.

Von seinem absoluten Tiefstand nach der Bundestagswahl 2002, als er zeitweise bis auf 4,4 abgerutscht war, ist er damit noch ein Stück entfernt. Immerhin 55 Prozent der befragten Führungskräfte halten seine Leistungen inzwischen aber für schlecht oder sehr schlecht. Schröder nähert sich wieder dem Stand des Hartz-IV-Sommers 2004, sein Zwischenhoch zum Jahreswechsel ist Vergangenheit.

Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat sich im April nicht von seinem dramatischen Absturz in Folge der Visa-Affäre erholt – im Gegenteil: Der einstmals unangefochtene Lieblingsminister der Manager landet bei 4,0 (März 3,9) und liegt damit gleichauf mit dem Dauer-Kellerkind des Bundeskabinetts, Bundesfinanzminister Hans Eichel. Fischers Erklärungsversuche zur Visa-Affäre verfangen bei den Entscheidern offenbar nicht: Drei von vier Befragten beurteilen ihn mittlerweile negativ, zu Jahresbeginn war es nur einer von vier. Eine vier vor dem Komma musste Fischer seit Beginn der Umfragen im Mai 1999 noch nie hinnehmen. Etwas verbessern konnte sich dagegen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement – auf 3,4 von 3,5 im März. Möglicherweise wird sein Einsatz für die Senkung der Unternehmenssteuer honoriert.

Bei der Opposition macht die Union im April erneut Boden gut: Sie klettert von 3,5 auf 3,4 und vergrößert damit den Vorsprung vor der Leistungsnote der Bundesregierung insgesamt, die wie schon im März mit 3,8 benotet wird. Zum Jahresanfang war die Benotung noch genau umgekehrt. Auch CDU-Chefin Angela Merkel wird allmählich das Patzen ihrer Partei in Sachen Gesundheitsreform verziehen: Sie erreicht mit 3,3 (März: 3,4) wieder den Stand von September 2004.

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