Handelsblatt BWL-Ranking 2012: Deutsche Betriebswirte fallen zurück

Handelsblatt BWL-Ranking 2012Deutsche Betriebswirte fallen zurück

Selbst im deutschsprachigen Raum spielen deutsche BWL-Fakultäten nicht in den höchsten Ligen mit. Gegen Hochschulen aus der Schweiz und aus Österreich haben sie das Nachsehen. Nur bei den Privat-Unis gibt es Lichtblicke.
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LondonZehn Jahre sind eine lange Zeit, zumindest in normalen Leben. Nicht aber im deutschen Wissenschaftsbetrieb. So hat sich noch längst nicht unter allen deutschen Betriebswirten herumgesprochen, dass es seit 2002 an der Technischen Universität München (TUM) eine Fakultät für Wirtschaftswissenschaften gibt. "Ich treffe bis heute Kollegen, die darüber ganz überrascht sind", erzählt der Münchener Dekan Gunther Friedl. Dabei sitzen an der TUM nicht irgendwelche Betriebswirte, sondern die forschungsstärksten der Republik: Im neuen Handelsblatt-BWL-Ranking hat die junge Fakultät ihre Münchener Kollegen von der Ludwig Maximilians Universität und auch den bisherigen deutschen Platzhirschen Mannheim überholt.

"Unsere Fakultät ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen", erklärt Friedl den Aufstieg. Allein seit 2010 hat die TUM zehn zusätzliche BWL-Professoren eingestellt. Die bayerische Landesregierung investierte mehr Geld in die Unis, weil die Zahl der Abiturienten wegen der Verkürzung der Schulzeit kurzfristig steigt. Zwei der TUM-Lehrstühle werden zudem aus Studiengebühren finanziert.

Bei der Besetzung der neuen Stellen warb die TUM ganz gezielt international erfolgreiche Forscher an. "Wir könnten keine gute Lehre machen, wenn wir keine guten Forscher hätten", ist Friedl überzeugt.

Mit dieser Einstellung stehen die Münchener Betriebswirte allerdings in Deutschland vergleichsweise isoliert da. Die große Masse der staatlichen BWL-Fakultäten ist mit Blick auf ihre Forschungsleistung international nicht konkurrenzfähig, zeigt das Handelsblatt-BWL-Ranking.

Vier der fünf in der Forschung führenden deutschsprachigen BWL-Fakultäten liegen in der Schweiz und in Österreich, ist dem Handelsblatt-Ranking zu entnehmen. Noch nicht einmal die Hälfte der 25 besten Adressen für BWL-Forschung sind staatliche deutsche Hochschulen - und das, obwohl 91 der 106 für das Ranking relevanten Hochschulen in der Bundesrepublik angesiedelt sind.

Die Handelsblatt-Studie orientiert sich an international gängigen Standards zur Evaluierung wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. Betrachtet werden Publikationen in Fachzeitschriften, deren unterschiedliche Qualität berücksichtigt wird. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich erstellt die Rangliste im Auftrag des Handelsblatts. Ein Teil der Rohdaten stammt von der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Kiel.

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"Die deutsche BWL war lange international isoliert"

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  • Das ganze Ranking ist absurd, wenn man bedenkt das die Uni St. Gallen (HSG) letztes Jahr zwei "Star" Professoren aus den USA angestellt hat, die nur "part-time" an der HSG sind. Genauer gesagt kommen die beiden Professoren nur für wenige Wochen im Jahr in die Schweiz und unterrichten Doktoranden. Studenten auf Bachelor- oder Masterstufe werden diese "Stars" nie sehen. Der eigentliche Grund diese "Stars" anzustellen war u.a. das HB Ranking, für das natürlich alle Publikationen der "Star" Professoren voll zählen. Bedeutet dies, dass bald auch andere Unis in Deutschland ihre "Website" mit "U.S. Stars" erweitern, die "normale" Studenten aber nie zu sehen bekommen?

  • @in-von-d: das ist nicht richtig, schauen Sie sich doch mal REPEC oder andere Rankings an. Die deutschen Wissenschaftler holen immer mehr auf, ob BWL, VWL etc.

  • Es ist ja nicht nur BWL. Im angelsächsischen Hochschulränking fallen die deutschen doch auch immer weiter zurück. So in Richtung dritte Welt.
    Man fragt sich, warum die Absolventen der supertollen Eliteuniversitäten Oxford, INSEAD etc etc etc
    bei der Führung von Wirtschaftsunternehmen nichts gebacken bekommen. Die deutschen Tölpel exportieren mehr Hochtechnologie als F und GB zusammen.

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