Chancen für eine Zustimmung im EZB-Rat gut
Tag der Entscheidung für Zahlungsverkehrssystem Target

Ob das Zahlungsverkehrssystem Target eine Zukunft hat, wird sich womöglich im Juli bei einer der Sitzungen des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden.

HB FRANKFURT. „Der EZB-Rat wird im Juli endgültig darüber befinden, ob das Target-2-Projekt in Form der Gemeinschaftsplattform tatsächlich in die Realisierung geht“, sagte Hans Georg Fabritius, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, am Montag auf einer Bundesbank-Konferenz zum Zahlungsverkehr in Frankfurt. EZB-Ratsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell sagte, die Chancen für eine Zustimmung zu dem von den Notenbanken Deutschlands, Frankreichs und Italiens vorgeschlagenen einheitlichen System stünden gut. Offen ist den Notenbankern zufolge noch, welche Preise die Banken künftig für Überweisungen in Target zahlen sollen.

An Target sind die EZB sowie die 15 Notenbanken der Europäischen Union mit ihren jeweiligen Systemen beteiligt. Über das neben der Plattform der US-Notenbank Federal Reserve größte Zahlungsverkehrssystem der Welt wickeln etwa 3300 Banken täglich rund 260 000 Transaktionen im Wert von 1,65 Billionen Euro ab. Die EZB hatte im Herbst 2002 entschieden, das dezentrale und zum Teil ineffiziente System durch eine möglichst einheitliche Technik zu verbessern. Nachdem die Bundesbank mit dem Versuch gescheitert war, ihr System RTGSplus - mit einem Anteil von knapp 50 % an allen Überweisungen das weitaus größte im Verbund - als Einheitslösung durchzusetzen, schlug sie gemeinsam mit den beiden anderen großen europäischen Notenbanken, der Banca d'Italia und der Banque de France, eine Lösung vor.

Sehr umstritten ist Fabritius zufolge noch die Frage der Preisgestaltung. Die Bundesbank halte eine Preisstaffel von 20 bis 60 €cent je Zahlung für akzeptabel. Der für den Zahlungsverkehr verantwortliche Bundesbanker versprach den deutschen Banken, sich für das vergleichsweise günstige Preisniveau des deutschen Target-Zugangs einzusetzen. Mit 17 bis 24 Cent je Zahlung lag der Preis der Bundesbank deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Womöglich werde es in Zukunft eine Einstiegsgebühr oder regelmäßige Grundgebühr geben, ergänzte Bundesbank-Zentralbereichsleiter Hans-Jürgen Friederich.

„Auch wenn Target-2 für die Bundesbank das vielleicht wichtigste Projekt der letzten Jahrzehnte ist - zu jedem Preis werden und können wir uns nicht daran beteiligen“, sagte Fabritius. Ohne Beteiligung der Bundesbank wäre allerdings fraglich, ob es überhaupt zu einer Gemeinschaftsplattform käme, die die national verschiedenen Techniken ablösen würde.

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