Chef der amerikanischen Notenbank Fed sieht nur wenig Risiken
Greenspan gibt positiven Ausblick für die US-Wirtschaft

Die US-Notenbank Fed rechnet damit, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung in den USA fortsetzt. „Die Expansion steht auf einer breiten Grundlage und hat zu beachtenswerten Beschäftigungszuwächsen geführt“, sagte Fed-Chef Alan Greenspan in seinem halbjährlichen Wirtschaftsbericht an den Kongress.

HB NEW YORK. Zugleich bezeichnete er den jüngsten Anstieg der Inflation als „vorübergehend“. Der vor allem durch höhere Energiepreise ausgelöste Rückgang des privaten Verbrauchs werde sich daher ebenfalls als kurzlebig erweisen. Greenspan will vorerst an seiner Politik der moderaten Zinserhöhungen festhalten.

Ganz ohne Wirkung auf die Fed sind die jüngsten Warnsignale aus der Wirtschaft aber nicht geblieben. Nachdem sich das Wachstum abgeschwächt und die Inflation angezogen hat, korrigiert die Notenbank jetzt ihre Prognosen. Für das laufende Jahr erwartet sie nun ein Wachstum zwischen 4,5 und 4,75 Prozent. Zuvor rechnete die Fed noch mit bis zu fünf Prozent. 2005 soll es ein Plus von 3,5 bis vier Prozent geben. Die Kerninflation für den privaten Verbrauch wird nach Ansicht der Währungshüter die Marke von zwei Prozent nicht überschreiten, die Arbeitslosenquote werde im kommenden Jahr von 5,6 auf bis zu fünf Prozent zurückgehen.

Die Finanzmärkte reagierten gelassen auf die Äußerungen Greenspans. Die Aktienmärkte bewegten sich kaum, die Anleihen gaben etwas nach. Nur der Dollar zog in Erwartung weiterer Zinserhöhungen in den USA zum Euro leicht an.

„Wir rechnen weiterhin mit einer Erhöhung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte im August“, sagte Peter Hooper, Chefökonom der Deutschen Bank in New York. Der Fed-Chef habe zwischen den Zeilen seine Sorge über die aktuelle Inflationsentwicklung deutlich gemacht. Greenspan verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die stark steigenden Lohnnebenkosten auch die Lohnstückkosten in die Höhe trieben. Das Produktivitätswachstum bliebe dahinter zurück, warnte er. Die Notenbank werde deshalb die Kosten und Preise im Auge behalten und notfalls mit Zinserhöhungen reagieren, um die Preisstabilität zu sichern.

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