Chemie- und Stahlindustrie stark betroffen
Hohe Rohstoffpreise gefährden Aufschwung

Der drastische Anstieg der Rohstoffpreise wird zu einer Belastung für die Weltkonjunktur. Der wichtigste Rohstoffindex CRB hat jetzt den höchsten Stand seit 1981 erreicht.

HB FRANKFURT. Angesichts der steigenden Nachfrage und des knappen Angebots erwarten vom Handelsblatt befragte Experten, dass die Preishausse anhalten wird. Auch in Deutschland könnte sie die konjunkturelle Entwicklung gefährden.

Japans Wirtschaftsminister Heiko Takenaka warnt bereits vor negativen Konsequenzen des Rohstoffpreisanstiegs für die Weltwirtschaft. Sollte der Ölpreis der Nordseesorte Brent von zuletzt rund 32,5 Dollar für ein Barrel (159 Liter) weiter steigen, „wird das ein Problem für die ohnehin nur moderate Erholung in der Euro-Zone und in Deutschland“, sagt auch der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Andreas Cors. Besonders betroffen vom teuren Rohöl ist die Chemieindustrie. „Dadurch hatten wir schon 2003 Mehrbelastungen von deutlich über einer Milliarde Euro“, sagte BASF-Finanzchef Kurt Bock dem Handelsblatt.

Vor der Opec-Tagung an diesem Mittwoch sorgten widersprüchliche Signale an den Rohölmärkten für Verunsicherung. Während Kuwaits Vize- Ölminister nicht ausschloss, dass die Opec ihre Förderung statt Anfang April erst im Juni kürzen wird, warnte Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro vor den Folgen eines Rohöl-Angebotsüberschusses im zweiten Quartal. Das würde für eine Kürzung im April sprechen.

Seit Oktober 2001 sind die Preise für Rohstoffe – vor allem Rohöl, Kohle und Naturgase, Industriemetalle wie Kupfer, Nickel, Blei und Edelmetalle wie Platin, Gold und Silber – im Schnitt um 55 % gestiegen. „Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Preisanstieg im laufenden Zyklus größer sein wird als in früheren Zyklen“, sagte Klaus Martini, bei der Deutschen Bank verantwortlich für die Anlagepolitik. 2004 rechnen die Fachleute mit einer Teuerung von mindestens 20 %; strittig ist, ob die Preise 2005 zurückgehen oder weiter steigen werden.

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