China
Die Industrie bleibt auf Wachstumskurs

Chinas Industrie boomt. Exportzahlen und die Nachfrage auf dem Binnenmarkt sind gestiegen und bescheren dem Land ein Hoch. Experten vermuten jedoch, dass Chinas wirtschaftliche Strategie nicht aufgeht.
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PekingDie Geschäfte der chinesischen Industrie laufen so gut wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Der am Montag veröffentlichte vorläufige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC kletterte im September auf 51,2 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit März. Damit mehren sich die Anzeichen, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft um einen Wachstumseinbruch herumkommt. „Die Wirtschaft ist derzeit in Schwung, und die Regierung sollte ihr Wachstumsziel von 7,5 Prozent in diesem Jahr erreichen“, sagte Ting Lu, Volkswirt bei der Bank of America-Merrill Lynch. Am Finanzmarkt wurden die Daten positiv aufgenommen, die Aktienkurse an vielen asiatischen Börsen legten zu.

Der Index liegt bereits den zweiten Monat in Folge über der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Erstmals seit einem halben Jahr legten die Exporte zu: Das entsprechende Barometer stieg sogar auf den höchsten Stand seit zehn Monaten. Zugleich läuft die Binnennachfrage gut, der Auftragseingang war so hoch wie seit fünf Monaten nicht. „Es zeichnet sich ab, dass der Welthandel in den nächsten Quartalen seinen mehr als zweijährigen Stagnationskurs beendet“, erklärte Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. „Die Aussichten für eine weltwirtschaftliche Erholung im kommenden Jahr stehen bislang günstig.“ Zuletzt hatte das Wachstum in China in zwölf von 14 Quartalen nachgelassen.

„Die guten Daten seit August bedeuten, dass die Finanzmärkte kein großes Konjunkturpaket erwarten sollten“, sagte Lu. Die Führung in Peking dürfte allenfalls die Ausgaben für Schienennetze und Wohnprojekte erhöhen. Manche Experten befürchten, dass sich die Regierung zu sehr auf die traditionellen Wachstumstreiber verlässt und damit die ohnehin schon hohe Verschuldung weiter nach oben treibt.

Analysten rechnen damit, dass die regierende kommunistische Partei bei ihrem Kongress im November Details zu Wirtschaftsreformen vorlegt, darunter auch Änderungen des Finanz- und Währungssystems. Die Regierung will die Wirtschaft unabhängiger von Investitionen und Exporten machen und den Konsum stärken. Dazu nimmt sie ein niedrigeres Wachstum in Kauf: Mit den anvisierten 7,5 Prozent würde es in diesem Jahr so gering ausfallen wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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