China
Wen Jiabao will Immobilienblase verhindern

Spekulatives Kapital aus dem Ausland und lockere Geldpolitik fachen den Bauboom in China an, die Sorgen der politischen Führung über den heimischen Immobiliensektor werden größer. Ministerpräsident Wen Jiabao will übertriebene Preisanstiege mit Steuern oder differenzierten Zinssätzen für Hypothekenkredite bekämpfen.
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DÜSSELDORF. Die Sorgen der chinesischen Führung über den heimischen Immobiliensektor treten immer deutlicher zutage. Fan Gang, Mitglied des Geldpolitischen Ausschusses der chinesischen Zentralbank, warnte gestern auf einer Konferenz in Peking vor "heißem Geld" aus dem Ausland, das Vermögenspreisblasen in China zu erzeugen drohe. Die mageren Wachstumsaussichten in westlichen Industriestaaten verbunden mit Leitzinsen nahe null dürften noch für lange Zeit Kapitalflüsse in wachstumsstarke Schwellenländer auslösen, warnte Fan.

Ministerpräsident Wen Jiabao versprach in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, übertriebene Immobilienpreisanstiege zu bekämpfen. Er nannte Steuern und differenzierte Zinssätze für Hypothekenkredite als mögliche Instrumente. Es gebe derzeit keine Anzeichen für steigende Inflationsraten, doch die außerordentliche Geldversorgung des laufenden Jahres könne Inflationserwartungen wecken und so die Inflation anheizen.

China hat mit einem Konjunkturpaket von 585 Mrd. Dollar dafür gesorgt, dass die Wirtschaft wohl auch 2009 um mehr als acht Prozent gewachsen ist. Chinas Banken haben von Januar bis November die Rekordsumme von 1,3 Bill. Dollar an neuen Krediten vergeben.

Wen wies Forderungen aus dem Westen nach einer Aufwertung des Yuans zurück, den China an den US-Dollar gekoppelt hat. Solche Forderungen speisten sich aus dem Wunsch, Chinas Aufstieg zu bremsen, sagte Wen in dem Interview.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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