Chinas Exporteuren geht die Luft aus
Deutschland bleibt wohl Exportweltmeister

Angesichts des aktuellen Exporteinbruchs Chinas rechnen führende Konjunkturexperten damit, dass Deutschland entgegen den bisherigen Erwartungen 2009 seinen Titel als Exportweltmeister erneut verteidigen kann. Der aufstrebenden Volkswirtschaft brechen die Kunden noch schneller weg als Deutschland – das sind schlechte Nachrichten für den Welthandel.

FRANKFURT/PEKING. In der Flut der täglichen Enttäuschungen kam die größte am Mittwoch aus China: Die Exporte der in den vergangenen Jahren so wachstumsstarken Volkswirtschaft stürzten im Februar regelrecht ab. Sie gingen gegenüber dem Vorjahr um 25,7 Prozent zurück. Volkswirte, die zuvor noch einen deutlich geringeren Rückgang vorhergesagt hatten, schließen inzwischen für das laufende Jahr ein Handelsdefizit nicht mehr aus. Zumindest in den kommenden sechs Monaten dürfte es kaum ein Plus geben.

Die Zahlen unterstreichen vor allem eines: Die alte Arbeitsteilung, nach der die Konsumenten in den USA Geld ausgeben und die chinesische Wirtschaft sich durch den amerikanischen Konsumrausch finanziert, gerät im Zuge der Wirtschaftskrise gehörig ins Stottern. Und die mögliche neue Architektur – in der die asiatische Mittelschicht eine weit größere Rolle als bislang einnehmen und selbst eine stärkere Nachfrage entfalten könnte – ist noch längst nicht so ausgereift, dass sie den Nachfrageausfall aus dem Ausland annähernd kompensieren kann.

Ob die schlechte Nachricht für die chinesischen Exporteure eine gute für die deutschen nach sich zieht, ist unter hiesigen Konjunkturbeobachtern umstritten. Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, ist „zuversichtlich“, dass Deutschland 2009 wieder Exportweltmeister werden kann. „Die Chinesen leiden viel stärker unter der weltwirtschaftlichen Konjunkturschwäche als wir, denn sie exportieren vor allem Konsumgüter, und deren Nachfrage dürfte nun sehr stark zurückgehen“, sagte er. Die deutschen Unternehmen seien dagegen in Schlüsselindustrien stärker und dürften daher von den weltweit aufgelegten Konjunkturprogrammen im Bereich Infrastruktur profitieren.

Dieser Ansicht ist auch DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier: Die weltwirtschaftliche Schwäche treffe Deutschlands Exportwirtschaft zwar hart. „Momentan zeichnet sich allerdings in keiner Weltregion eine echte Stabilisierung ab – die Exportrückgänge in Fernost sind sogar noch stärker als in Deutschland.“

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