Chinesen und Japaner profitieren – EU-Finanzminister besorgt über Kursentwicklung: Euro-Kurs schwächt deutsche Exporte nach Fernost

Chinesen und Japaner profitieren – EU-Finanzminister besorgt über Kursentwicklung
Euro-Kurs schwächt deutsche Exporte nach Fernost

Schwere Zeiten für den deutschen Außenhandel: Seit Anfang Dezember 2003 notiert der Euro über 1,20 Dollar. Das verteuert nicht nur die Exporte in die USA, sondern bremst auch die Ausfuhren in die wichtigen Märkte Asiens, da die Währungen der Region im Verhältnis zum Euro ebenso wie der Dollar deutlich an Wert verloren haben. Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck asiatischer Hersteller, die ihre Produkte in der Euro-Zone günstiger anbieten können.

HB/zel/noh/gil/hof DÜSSELDORF. Eine Entspannung der Lage zeichnet sich nicht ab. Zwar ist der Euro-Kurs in den vergangenen Tagen gesunken, Devisenexperten sehen darin aber nur eine Verschnaufpause. Nach ihrer Einschätzung wird die Gemeinschaftswährung bald wieder auf neue Rekordmarken zusteuern. „Kurse von 1,35 Dollar sind realistisch“, sagte Analyst Michael Klawitter von der WestLB gestern. Die Finanzminister der Euro-Gruppe äußerten sich nach ihrem Treffen in Brüssel am Montag in einer gemeinsamen Erklärung besorgt über exzessive Wechselkursbewegungen.

Besonders die deutschen Automobilhersteller sind von der Schwäche der asiatischen Währungen betroffen. „Der ungünstige Wechselkurs hat bereits den Export nach Japan gebremst und sorgt für eine erschwerte Wettbewerbssituation für die Branche in Europa“, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk. Tatsächlich konnten japanische Hersteller ihren Marktanteil in Europa binnen Jahresfrist um 1,2 Prozentpunkte auf 12,7 % ausbauen. Der schwache Yen hilft auch den japanischen Herstellern von Werkzeugmaschinen. Japan ist nach Deutschland zweitgrößter Anbieter von Werkzeugmaschinen. „Die japanische Konkurrenz kann ihre Produkte in Euro-Land erheblich billiger anbieten“, beklagt der Vorsitzende des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, Carl Martin Welcker. Große deutsche Anbieter mit globaler Absatzstruktur leiden dabei nach Beobachtung des Verbandes stärker unter den Wechselkursen als kleinere Anbieter, die den Großteil ihrer Kunden in Deutschland und im restlichen Euro-Raum haben.

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