Clement: Lage ist besser als die Stimmung
Aufschwung steht auf wackligen Beinen

Trotz angehobener Wachstumsprognosen steht der deutsche Wirtschaftsaufschwung nach Einschätzung von Experten weiter auf wackeligen Beinen.

HB BERLIN. Das nur dank des boomenden Exports unerwartet starke Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr brachte bisher weder am Arbeitsmarkt noch bei den angespannten Staatsfinanzen entscheidende Entlastung.

„Der Aufschwung ist (...) immer noch fragil“, hieß es im am Montag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. Die schwache Inlandsnachfrage stehe einer nachhaltigen Besserung der öffentlichen Haushalte entgegen. Auch die Wirtschaftsweisen erhöhten ihre Prognose für das Wachstum in Deutschland nach Worten des Sachverständigenrats-Vorsitzenden Wolfgang Wiegard nur wegen der Exportstärke auf 1,8 von zuvor 1,6 bis 1,7 Prozent.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Vorhersagen angehoben. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rechnet inzwischen nach eigenen Worten mit einem Wachstum von 1,6 bis 1,8 Prozent. „Die Lage ist besser als die Stimmung in Deutschland“, sagte Clement. Die offizielle Prognose der Bundesregierung liegt zwischen 1,5 und 2,0 Prozent, den Haushaltsplanungen liegen 1,5 Prozent Zuwachs zu Grunde.

Zu Jahresbeginn hatte die rege weltweite Nachfrage nach deutschen Produkten aber für ein überraschendes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent zum Vorquartal gesorgt. Die Volkswirte der Bundesbank gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft auch im abgelaufenen Vierteljahr spürbar gewachsen ist. „Manches spricht dafür, dass die Zuwachsrate sogar etwas höher als in den ersten drei Monaten des Jahres gewesen ist“, hieß es im Monatsbericht der Zentralbank. Dabei bemängelte die Bundesbank aber, dass der Aufschwung weiter fast ausschließlich vom Export getragen wird.

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