Commerzbank-Chefökonom
Iran-Eskalation könnte Euro-Schuldenkrise verschärfen

Die Spannungen des Westens mit dem Iran halten den Ölpreis auf hohem Niveau. Sollte der Konflikt eskalieren, wären die konjunkturellen Folgen auch in Europa zu spüren. Das könnte die EZB in Zugzwang bringen.
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BerlinWie gefährlich ist die Iran-Krise für die Konjunktur in Europa? Fakt ist, dass sich der Ölpreis schon jetzt auf einem hohen Niveau bewegt. Nordseeöl der Sorte Brent sowie US-Leichtöl WTI notierten mit 123,69 beziehungsweise 106,57 Dollar je Barrel geringfügig unter ihrem Vortagesniveau. Zum einen drückt die Sorge über eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Europa und China den Preis. Zum anderen stützt aber die Unsicherheit über den Iran.

Mit dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei US-Präsident Barack Obama rückten militärische Optionen im Streit um das Atomprogramm der Islamischen Republik in den Vordergrund. Dass der Iran offenbar der Atomenergiebehörde IAEA eine Besichtigung seiner Anlagen erlauben will, sorgte zwar für etwas Entspannung. Doch der Konflikt schwelt weiter und eine Eskalation ist nicht ausgeschlossen.

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Commerzbank, Jörg Krämer, würde die Europäische Zentralbank (EZB) bei einer weiteren Zuspitzung der Iran-Krise handeln, damit es nicht zu einem Konjunktureinbruch kommt. Eine Verschärfung der Situation könne zu einem weitren Anstieg des Ölpreises führen und dadurch weitere unkonventionelle Maßnahmen der EZB auslösen, sagte Krämer Handelsblatt Online. „Denn die sich aus einem steigenden Ölpreis ergebenden Konjunkturrisiken würden bei den Investoren die Zweifel an einer nachhaltigen Sanierung der Staatsfinanzen in der Euroraum-Peripherie wachsen lassen, was die Staatsschuldenkrise wieder verschärfen könnte.“ Krämer erwartet für diesen Fall ein Einschreiten der EZB: „Würden die Risikoprämien wieder nach oben schießen, würde die EZB wahrscheinlich erneut unkonventionelle Maßnahmen ergreifen, um eines Eskalation der Krise zu verhindern.“

Auch die US-Notenbank dürfte nach Einschätzung Krämers mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik reagieren, sollte es im Zuge des Iran-Konflikts zu einem „spürbaren Anstieg der Energiepreise“ kommen. „Folglich würde in diesem Szenario eine neuerliche Ausweitung der Anleihenkäufe durch die Notenbank noch wahrscheinlicher.“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dämpfte derweil die Hoffnung, dass im Streit mit dem Iran noch eine friedliche Lösung möglich ist. Bisher hätten weder Diplomatie noch Sanktionen Wirkung gezeigt, sagte Netanjahu in Washington. „Niemand von uns kann es sich leisten, viel länger zu warten“, fügte er mit Blick auf mögliche militärische Schritte gegen den Iran hinzu.

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Netanjahu noch nicht über Angriff entschieden

Kommentare zu " Commerzbank-Chefökonom: Iran-Eskalation könnte Euro-Schuldenkrise verschärfen"

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  • Dem Irak hat man seinerzeit die Existenz von Massenvernichtungsmitteln unterstellt, um einen Krieg anzuzetteln, nun passiert dasselbe auch im Iran, irgendeinen Krieg brauchen die Amis halt immer, damit die Waffenindustrie rund läuft.

  • Ich glaube, dass Europa seine zukünftige Energieversorgung und die einzig reale Alternative zu Russland, massiv gefähredet, indem es sich vom Iran isoliert.

    Zu diesem Artikel passen die Analysen von Iranicum hervorragend:

    iranicum.com

    http://iranicum.com/iran-steigerung-handelsvolumen-china-sanktionen/2662.html

    http://iranicum.com/wie-der-iran-die-sanktionen-besiegt/2518.html

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