Conference Board: Hohe Spritpreise dämpfen US-Verbraucherstimmung

Conference Board
Hohe Spritpreise dämpfen US-Verbraucherstimmung

Die US-Verbraucher blicken wieder skeptischer in die Zukunft. Der Konjunkturerholung kann das nichts anhaben. Ein Fed-Banker plädiert daher dafür, das Bond-Ankaufprogramm zu kappen.
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WashingtonWie das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Dienstag in New York mitteilte, sank der Index für die Verbraucherzuversicht im März auf 63,4 Punkte - nach revidierten 72 Punkten im Februar. Das ist der niedrigste Wert seit drei Monaten. Demnach drückte vor allem der drastische Anstieg der Benzinpreise auf die Stimmung.

Der Rückgang war stärker als erwartet: Experten hatten mit 65 Punkten im März gerechnet. Und sie gehen davon aus, dass das Verbrauchervertrauen angesichts der höheren Preise an den Zapfsäulen und in den Lebensmittelläden weiter eher gedämpft bleibt. Allerdings werden keine Einbrüche bei den Verbraucherausgaben erwartet. Die Amerikaner seien zwar besorgt über die Benzinkosten, auf der anderen Seite sehe es etwas besser auf dem Arbeitsmarkt aus, und allgemein herrsche das Gefühl, dass sich die Wirtschaft stabilisiere, zitierte die Agentur Bloomberg Lindsey Piegza von FTN Financial in New York.

Die US-Wirtschaft hängt zu zwei Dritteln vom Privatkonsum ab, daher wird dem Verbraucherindex besondere Bedeutung beigemessen. Er basiert auf der Befragung von 5000 Haushalten.

Dessen ungeachtet bleiben die USA auf Erholungskurs: Das führende Notenbankmitglied James Bullard sprach sich deshalb für eine Kappung des Bond-Ankaufprogramms aus. „Wir kaufen weiter Staatsanleihen. Wir heizen das Feuer weiter an“, warnte der Geldpolitiker am Dienstag auf einer Wirtschaftskonferenz in Prag. Eine Kürzung des ursprünglich auf 600 Milliarden Dollar veranschlagten Programms zur Stimulierung der Wirtschaft um „etwa 100 Milliarden Dollar“ sei deshalb geboten. „Ich möchte aber nicht dem vorgreifen, was die übrigen Mitglieder des Offenmarktausschusses entscheiden“, fügte Bullard hinzu, der dieses Jahr im Zinskomitee nicht stimmberechtigt ist.

Die US-Notenbank (Fed) hatte im November beschlossen, bis Mitte 2011 Staatsanleihen im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar aufzukaufen, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Falls die Fed das volle Ankaufvolumen ausschöpfen sollte, wird sie seit Beginn der Krise insgesamt 2,3 Billionen Dollar in die Wirtschaft gepumpt haben. In Expertenkreisen ist allerdings auch darüber spekuliert worden, ob die Notenbank unter dem Eindruck der Unruhen in Nordafrika und Nahost sowie der Japan-Krise womöglich nachlegen könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • In dem Artikel wird bewusst der aktuelle US-Spritpreis verschwiegen. Wahrscheinlich damit der deutsche Verbraucher nicht auch noch beim Konsum wegen den hohen Spritpreisen streikt. Grund dafür gäbe es in Deutschland mehr als den USA. Das Benzin kostet in den USA momentan ca. 3,50 Dollar pro Gallone (ca.3,8 Liter). Das macht 0,92 Dollar pro Liter. Das sind 0,66 Euro pro Liter! 1,60 Euro pro Liter stört hier keinen mehr. Und keiner wundert sich über den schwachen deutschen Konsum. Warum auch? Wir sind doch Exportweltmeister. Das ist doch schon genug Grund um zu feiern. Wir wollen höhere Benzinpreise!!

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