Daten von vier Bundesländern
Teuerungsrate in Deutschland bleibt hoch

Die deutschen Verbraucherpreise sind im Oktober überraschend wohl nicht gesunken. Die Teuerung in Deutschland dürfte nach den Daten, die am Montag in vier Bundesländern veröffentlicht wurden, über der 2-Prozent-Marke bleiben.

HB BERLIN. „Es sieht so aus, als ob dies letztlich auf einen Anstieg der Verbraucherpreise im Vormonatsvergleich von 0,1 % und zum Vorjahr um 2,4 % hinauslaufen wird“, sagte Stephan Rieke von der BHF-Bank am Montag. In Hessen verharrten die Kosten für die Lebenshaltung auf dem Niveau vom September; in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Brandenburg kletterten sie um 0,1 %. Die Jahresteuerungsraten sanken auf Werte zwischen 2,0 und 2,6 %. Zwar verbilligte sich im Oktober vielerorts Benzin, aber die Menschen mussten gleichzeitig deutlich mehr für Gas ausgeben als im September.

Von Reuters befragte Analysten hatten vor den Länderdaten damit gerechnet, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland im Oktober um 0,1 % gesunken sind. Gleichzeitig gingen sie davon aus, dass sich die Inflation auf 2,3 von 2,5 % im September - dem höchsten Stand seit vier Jahren - abschwächt. Das Statistische Bundesamt basiert seine erste Berechnung der gesamtdeutschen Inflation auf Daten aus sechs Bundesländern und will diese am Dienstag veröffentlichen.

Autofahrer in Hessen mussten im Oktober für eine Tankfüllung noch gut zehn Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr, nachdem der Anstieg im September bei 15 % gelegen hatte. Der Preisanstieg bei Heizöl verlangsamte sich sogar auf 24 von 45 %. Während sich Benzin jedoch innerhalb eines Monats um ein Prozent verbilligte, kostete Heizöl drei Prozent mehr.

Die Rekordpreise für Öl ziehen inzwischen aber Preiserhöhungen an anderer Stelle nach sich: So verteuerte sich Gas etwa in Nordrhein-Westfalen um fast elf Prozent zum Vormonat. Etwas billiger als im September waren dagegen Lebensmittel und Pauschalreisen.

Nach Ansicht von Alexander Koch von der HypoVereinsbank bleibt der inflationstreibende Effekt des Ölpreises temporär, so dass die Inflationsrate ab Frühjahr kommenden Jahres wieder unter zwei Prozent sinken dürfte. Rieke rechnet aber in den kommenden Monaten zunächst mit einem Anstieg der Inflationsrate, falls die Energiepreise nicht fallen.

Ohne den Preisanstieg bei Heizöl und Kraftstoffen wäre die Inflation in den Bundesländern gut einen halben Prozentpunkt niedriger ausgefallen. Auch staatlich verordnete Preiserhöhungen - wie etwa durch die höhere Tabaksteuer - waren für die hohe Inflation mitverantwortlich. Hypo-Vereinsbank-Ökonom Koch verwies darauf, dass die Kerninflation in Deutschland nur bei etwa 1,2 % liegt und auch weiter kaum steigen dürfte. Deshalb sieht er auch keinen Bedarf für die EZB, die Zinsen zu erhöhen.

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