Dennoch kein Anlass zur Hysterie: Hohe Ölpreise belasten Wachstum in Deutschland

Dennoch kein Anlass zur Hysterie
Hohe Ölpreise belasten Wachstum in Deutschland

Die hohen Ölpreise gefährden das schon schwache Wirtschaftswachstum in Deutschland. "Das erste Quartal wird dadurch belastet", sagte Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Hypovereinsbank, dem "Tagesspiegel am Sonntag".

dpa-afx BERLIN/NEW YORK. Auch Joachim Scheide vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sagte, die hohen Ölpreise bedeuteten "für die Konjunktur nichts Gutes". Sollten die Notierungen weiter über der Marke von 50 Dollar bleiben, könne das bis maximal 0,2 Prozent Wachstum kosten. Die Ölpreise haben sich vergangene Woche wieder ihren bisherigen Höchstständen vom vergangenen Oktober genähert. In den USA stiegen die Ölpreise zum Wochenschluss auf fast 54 Dollar je Barrel.

Zu Hysterie besteht nach Ansicht der Experten jedoch kein Anlass. "Es gibt keinen Grund, eine neue Ölkrise herbeizureden", sagte Hüfner. Die Belastung werde "eher temporär" sein. Auch Scheide rechnet nicht mit einer "ganz so bösen Überraschung" wie im vierten Quartal 2004, als die Wirtschaft leicht geschrumpft ist.

US-ÖLpreise ZUM Wochenende Gestiegen

Angesichts starker Nachfrage sind die US-Ölpreise zum Wochenende gestiegen. In New York schloss Öl zur April-Auslieferung am Freitag mit 53,78 Dollar je Barrel um 0,4 Prozent fester. Das war der höchste Stand seit dem 26. Oktober vergangenen Jahres. Der Ölpreis für die Nordsee-Sorte gab am Freitag in London um 0,3 Prozent auf 51,80 Dollar je Barrel nach, nachdem er am Donnerstag den Rekordwert von 53 Dollar erreicht hatte.

Die meisten Marktbeobachter gehen von einem baldigen Überschreiten des bisherigen Rekordpreises von 55,67 Dollar je Barrel aus, der im Oktober 2004 verbucht worden war. Etliche rechnen auch mit 60 Dollar je Barrel. Einige Marktbeobachter halten sogar Ölpreise von bis zu 80 Dollar für denkbar, falls es zu großen Lieferunterbrechungen kommen sollte.

Massive ÖLnachfrage DER USA und Chinas

Die massive Ölnachfrage der USA und Chinas, der beiden weltgrößten Ölverbraucher, ist der Hauptgrund für die Eskalation der Ölpreise. Hinzu kommt, dass der schwächere Dollar die Ölpreise verteuert. Ölkäufe werden in Dollar abgerechnet. Die Ölproduzenten verlangen mehr für ihr Öl, weil sie Wechselkursverluste ausgleichen wollen.

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