Der ökonomische Gastkommentar
Das Spiel mit anderer Leute Geld

Die Finanzwelt ist in der Realität noch bizarrer als im spannendsten Film – und ebenso mitleidslos. In seinem Gastkommentar schreibt Peter Martin, Geschäftsführer der Düsseldorfer VM Consulting GmbH, über Moralisten und Hasardeure, über Renditen und Risiken.

Niemand hat das Zentralthema des Finanzsektors besser auf den Punkt gebracht als Danny DeVito 1991 im gleichnamigen Film: „Other People’s Money.“ Der von ihm gespielte Giftzwerg Lawrence Garfield kauft an der Wall Street Firmen wie andere Leute Brötchen fürs Frühstück. Schon beim Aufwachen meldet ihm sein Computer am Bett lohnenswerte Ziele für Börsenattacken.

Im Vergleich zu seinen realen Nachfolgern schrumpft Garfields Filmdasein indes auf die Zwergengröße des Mimen (1,54 Meter). 9 000 Hedge-Fonds kontrollieren inzwischen 1 100 Milliarden Dollar. Die Private-Equity-Branche noch einmal über 1 000 Milliarden Dollar.

Das ist wohlgemerkt das Eigenkapital, das stets durch ein Mehrfaches an Fremdkapital gehebelt wird – den Rekord hält wohl immer noch der 1998 gestrauchelte Fonds LTCM, der mit seinem Eigenkapital das 127-fache Gesamtvolumen bewegte. Das deutsche Bruttosozialprodukt wirkt dagegen mit umgerechnet rund 3 000 Milliarden Dollar wie DeVito neben Arnold Schwarzenegger.

Diese gewaltige Geldmaschine wird mit genau dem betrieben, was DeVitos Film in Deutschland den Titel liefert: „Anderer Leute Geld“. Anleger wie Pensionskassen, Versicherungen oder Multimillionäre liefern das Eigenkapital der Fonds. Banken und Finanzmärkte stellen die Fremdmittel bereit, mit dem nach oben gehebelt wird. Läuft die Maschine rund, ergibt sich ein Riesengewinn auf das eingesetzte Kapital.

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