Detaillierte BIP-Zahlen
Bau und Konsum schieben Wirtschaft im dritten Quartal an

Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer aus eigener Kraft gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte wegen höherer Bauinvestitionen und steigender Ausgaben der Verbraucher um 0,7 Prozent zum Vorquartal zu. Obwohl vom Außenhandel diesmal kein Wachstumsbeitrag kam, bedeutet dies das stärkste Plus seit Ende 2006.

HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, kam der größte Schub von der Binnenkonjunktur. Der private Konsum legte um 0,5 Prozent zu. Damit sorgten die Verbraucher mit ihren Ausgaben fast für die Hälfte des Wachstums. Die Exporte stiegen um 3,1 Prozent zum Vorquartal. Da die Importe aber mit 3,9 Prozent deutlicher zulegten, bremste der Außenhandel unterm Strich die Konjunktur.

Finanzstaatssekretär Thomas Mirow schrieb im Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums dazu, der Aufwärtstrend der Ausfuhren werde sich zwar fortsetzen, aber auf etwas schwächerem Niveau. Das Ministerium verwies auf den Rückgang der Auslandsbestellungen im dritten Quartal um 2,6 Prozent und die zurückgehenden Erwartungen aus der Umfrage des Münchner Ifo-Instituts.

Für das Gesamtjahr sagen die meisten Experten ein Wachstum von rund 2,5 Prozent voraus, das sich 2008 auf etwa zwei Prozent abschwächen dürfte. 2006 hatte es mit 2,9 Prozent noch das kräftigste Wachstum seit der Jahrtausendwende gegeben.

Volkswirte kommentierten die detaillierten Angaben zum Bruttoinlandsprodukt als im Rahmen der Erwartungen liedgend. Jörg Lüschow von der WestLB meinte, positiv sei, dass sich die Sparquote weiter stabilisiert hat. 2008 werde es auf den Konsumenten ankommen, „denn wir bekommen Belastungen von der Außenwirtschaftsseite, vom Öl und den Wechselkursen. Wenn die Sparquote nicht weiter steigt, sind das gute Voraussetzungen, dass der privaten Konsum anzieht.“

Andreas Rees von Unicredit verwies darauf, dass der Zuwachs bei den Ausrüstungs- und Bauinvestitionen spätestens Anfang 2008 schwächer werde. Dann liefen Sondereffekte aus wie die günstigere Abschreibungsmöglichkeit für Firmen. Beim privaten Verbrauch sei es eine Frage der Zeit, bis eine Abschwächung eintreten werde. Grund seien die steigenden Preise für Lebensmittel und Energie.

Sebastian Wanke von der Dekabank sprach sogar von „enttäuschenden Details, weil das Wachstum zum größten Teil auf den Lageraufbau zurückzuführen ist. Das ist eine Hypothek für das vierte Quartal, weil die Unternehmen erst einmal versuchen werden, die Lager wieder abzubauen und die Produktion daher eher zurückfahren werden.“ Wanke rechnet mit einer „ausgeprägten Delle“ im Aufschwung, die in diesem Quartal begonnen habe und sich bis Mitte 2008 fortsetzen werde. Danach dürften wieder höhere Wachstumsraten verzeichnet werden.

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