Deutlich besser als erwartet
Deutsche Exporte legen kräftig zu

Die deutsche Exportwirtschaft hat im April trotz des hohen Euro-Dollar-Kurses und immer neuer Rekorde in der Energiepreisentwicklung für eine positive Überraschung gesorgt. Die Warenexporte stiegen im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent. Volkswirte führender deutscher Wirtschaftsverbände sehen in den guten Exportzahlen von April einen Beleg für die Stärke der hiesigen Wirtschaft.

FRANKFURT. Die Firmen verkauften Waren im Wert von 89,8 Milliarden Euro ins Ausland – das waren 13,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies war der höchste Zuwachs seit November 2006. Die Einfuhren wuchsen im Vorjahresvergleich – auch wegen des Ölpreisanstiegs – um 11,7 Prozent.

Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet und sahen in dem kräftigen Plus einen Beleg für die Stärke der hiesigen Wirtschaft. „Es zeigt sich einmal mehr, dass die deutsche Wirtschaft mit ihrem Fokus auf Investitionsgüter sehr gut aufgestellt ist“, sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, dem Handelsblatt. „Trotz starken Euros, steigender Ölpreise und massiver Turbulenzen an den Finanzmärkten: Die Stimmung im industriellen Mittelstand ist gut“, sagte auch der Vorsitzende des Mittelstandsausschusses des BDI, Arnd Kirchhoff, bei Vorlage der Frühjahrsumfrage seines Verbandes unter mehr als 2 000 Firmen.

Am stärksten stiegen die Exporte in Drittländer: Die Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union legten um 18,4 Prozent gegenüber April 2007 zu. Das Exportwachstum in Länder der Euro-Zone fiel mit 10,8 Prozent wesentlich geringer aus.

Aus Sicht von Konjunkturexperten zeichnet sich mit den Aprildaten zwar ein positiver Wachstumsbeitrag vom Außenhandel im zweiten Quartal ab. Die Impulse dürften im Laufe des Jahres aber nachlassen.

In der zweiten Jahreshälfte werde der hohe Euro-Kurs den Unternehmen mehr zu schaffen machen als bislang, sagte der Leiter der Außenwirtschaftsabteilung des Bundesverbandes des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Jens Nagel, dem Handelsblatt. Vergangenen Sommer hätten viele Unternehmen Kurssicherungsgeschäfte mit einer einjährigen Laufzeit abgeschlossen. „Wenn diese Absicherungen nicht mehr wirken, wird das die Margen vieler Mittelständler dämpfen.“

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