Deutlich gestiegene Investitionen
US-Konjunkturmotor läuft auf vollen Touren

Die US-Wirtschaft ist im zu Anfang 2006 so stark gewachsen wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Einer der Hauptwachstumsmotoren waren die Firmen-Investitionen. Auch auf der Preisseite gab es gute Nachrichten.

HB WASHINGTON. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft kletterte im ersten Vierteljahr um 4,8 Prozent nach 1,7 Prozent im Vorquartal, wie das US-Wirtschaftsministerium mitteilte. Damit lag der auf das Jahr hochgerechnet Zuwachs zwar leicht unter den Erwartungen der Analysten von 4,9 Prozent. Es war aber der stärkste Anstieg der Wirtschaftsleistung seit dem dritten Quartal 2003.

Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Daten. Kurse für Anleihen blieben weitgehend stabil. Der Dollar gab zum Euro etwas nach. Die Währung litt weiter unter der Aussicht auf eine Pause im aktuellen Zinserhöhungszyklus in den USA. Diese hatte der Chef der US-Notenbank (Fed), Ben Bernanke, am Donnerstag signalisiert.

Einer der Hauptwachstumsmotoren waren die Firmen-Investitionen, die nach dem schwachen Schlussquartal des vergangenen Jahres in den ersten drei Monaten 2006 um 14,3 Prozent zulegten - so viel wie seit knapp sechs Jahren nicht mehr. Die Regierung setzte wegen der Zerstörungen entlang der Golfküste der USA durch die Hurrikane ebenfalls mehr Geld frei. Sie gab 10,8 Prozent mehr für Investitionen aus, soviel wie seit dem zweiten Quartal 2003 nicht mehr. Im Vorquartal waren diese Ausgaben des Staates noch um 2,6 Prozent zurückgegangen.

Der für die Inflationsentwicklung in den USA wichtige Kernpreisindex auf Basis der Konsumausgaben, der etwa Energiekosten unberücksichtigt lässt, stieg um annualisiert zwei Prozent. Im Vorquartal hatte er noch um 2,4 Prozent zugelegt. Dieser Index ist für die Fed ein zentraler Inflationsindikator. Der geringere Preisauftrieb dürfte daher Spekulationen um ein baldiges Ende der Zinserhöhungen weitere Nahrung geben.

Im wesentlichen stützten die Zahlen die Annahme, dass das Schlussquartal 2005 ungewöhnlich schwach ausgefallen und die US-Wirtschaft insgesamt in gesundem Zustand sei, sagte Fred Dickson, Marktstratege bei D.A. Davidson and Co. Bei den Investoren werde der Eindruck hängen bleiben, dass die Wirtschaft mit gutem Schwung ins zweite Quartal gehe.

US-Finanzminister John Snow sagte dem TV-Sender CNBC allerdings, er rechne damit, dass sich das Wachstum im Vergleich zum Auftaktquartal wieder abschwächen werde. Es werde aber noch eine Weile über dem Trend liegen. Fed-Chef Ben Bernanke hatte am Donnerstag bei seiner Anhörung vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschusses des US-Kongresses ebenfalls erklärt, das Wachstum werde im Laufe des Jahres voraussichtlich moderater ausfallen.

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