Deutliche Drosselung der Produktion im November
US-Industrie auf Sparflamme

Die US-Industrie bekommt die weltweite Konjunkturflaute deutlich zu spüren. Im November fuhr sie die Produktion um 0,6 Prozent zurück, teilte die US-Notenbank Fed am Montag mit. Zugleich trübten sich auch die Perspektiven weiter ein.

HB WASHINGTON. Die Industrietätigkeit im US-Bundesstaat New York, die als Vorläufer für die landesweite Entwicklung gilt, sank auch im Dezember auf ein Rekordtief. "Vor dem Hintergrund einer stark zurückgehenden Binnennachfrage und eines Einbruchs der Auslandsnachfrage gilt eine weitere Abschwächung in der Produktion in den nächsten Monaten fast als sicher", sagte Volkswirt Rob Carnell von der ING-Bank. Die US-Wirtschaft steckt seit rund einem Jahr in der Rezession.

Die Industrie fuhr ihre Produktion allerdings etwas weniger stark zurück als erwartet. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Mittel mit einem Rückgang um 0,7 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte es noch ein Plus von revidiert 1,5 Prozent gegeben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sackte die Produktion um 5,5 Prozent ab. Die Kapazitätsauslastung - ein wichtiger Faktor für die Geldpolitik der US-Notenbank - sank im November auf 75,4 von 76,0 Prozent. Analysten hatten mit 75,7 Prozent gerechnet.

Der Index für das Verarbeitende Gewerbe in New York sank von minus 25,43 im November auf minus 25,76 Punkte, wie die New Yorker Fed mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Umfragebeginn 2001. Bereits im November hatte es ein Rekordtief gegeben. Analysten hatten sogar mit einem Rückgang auf minus 27,25 Punkte gerechnet. Die Daten gelten als zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für die landesweite Entwicklung der Industrie zu Beginn eines Monats.

Trotz des Abschwungs haben die USA im Oktober massiv ausländischen Kapital angelockt. Netto verbuchte die größte Volkswirtschaft der Welt einen Zufluss von 286,3 Milliarden Dollar und damit so viel wie nie zuvor in einem Monat, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Das reichte aus, um das Handelsbilanzdefizit in Höhe von 57,2 Milliarden Dollar zu decken. Bei den langfristigen Investitionen ergab sich dagegen nur noch ein leichtes Plus von 1,5 Milliarden Dollar. Im September waren es noch 65,4 Milliarden Dollar.

Die Kapital-Daten gelten als Indikator für das Interesse ausländischer Anleger an US-Wertpapieren. Die USA benötigen zur Finanzierung ihres massiven Handelsbilanzdefizits ausländisches Kapital.

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