Deutsche Bauindustrie
Konjunkturprogramm stoppt Abwärtstrend

Mit ihren Konjunkturprogrammen hat die Bundesregierung die Abwärtsspirale in der deutschen Bauwirtschaft durchbrochen. Eine jetzt veröffentlichte Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt der Baubranche für 2010 ein preisbereinigtes Wachstum von mehr als zwei Prozent auf knapp 300 Mrd. Euro voraus.
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DÜSSELDORF. Der positive Trend sei vor allem auf öffentliche Aufträge, zum Beispiel für Straßenbau und Gebäudesanierung, zurückzuführen, erklären die Berliner Forscher. Im laufenden Jahr werde der Sektor auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren.

„Die beabsichtigte antizyklische Wirkung der Konjunkturpakete wird für die Bauwirtschaft erreicht“, schreiben die DIW-Ökonomen Martin Gornig und Sebastian Weber. Der öffentliche Bau werde 2009 um 13 Prozent und 2010 um neun Prozent wachsen, schätzen sie. Dafür sorgen die zusätzlichen Staatsausgaben, die der DIW für 2010 auf mehr als acht Mrd. Euro und für 2009 und 2011 auf je mehr als drei Mrd. Euro veranschlagt.

Auch der Wohnungsbau profitiert durch die Ausweitung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms und die Verdoppelung des absetzbaren Höchstbetrags für Handwerksleistungen von den Konjunkturprogrammen. Nach einer Stagnation im laufenden Jahr erwartet der DIW hier ein Plus von 1,3 Prozent 2010. Das ist für eine Sparte, die von 2000 bis 2005 stark geschrumpft ist, ein Erfolg. 80 Prozent ihres Umsatzes stammt bereits aus Gebäudesanierungen, während der Neubau sich seit der Jahrtausendwende glatt halbiert hat.

Schlechter ergeht es dem Wirtschaftsbau, der für 2009 ein Minus von fünf Prozent zu erwarten hat. Er wird sich im kommenden Jahr laut DIW auf Vorjahresniveau halten.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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