Konjunktur
Deutsche bleiben trotz höherer Einkommenserwartung sparsam

Die Deutschen drehen jeden Cent weiter zwei Mal um, bevor sie ihn ausgeben. Größere Anschaffungen wie der Kauf einer Waschmaschine oder eines Fernsehers werden weiterhin verschoben. Das zeigt die aktuelle Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 2 000 Haushalten, die gestern veröffentlicht wurde.

pbs DÜSSELDORF. Den Deutschen sei die Einkaufslaune nachhaltig vergangen, weil sie um ihren Arbeitsplatz bangen, erklärt die GfK. Allerdings erwarten die Konsumenten, dass sich ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird. Auch die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten wurde im April besser beurteilt als noch im März. Allerdings bewegt sich dieser Teilindikator des Konsumbarometers noch immer unter seinem langjährigen Durchschnitt. Der Index des Konsumklimas – in dem die drei Subindikatoren zusammengefasst sind – verbesserte sich auf 5,2 von 5,0 Punkten im März.

Die GfK warnt jedoch vor voreiligem Optimismus: Die Stimmung der Verbraucher sei immer noch labil, die Konsumenten seien verunsichert. Insgesamt werde die Binnennachfrage auch in diesem Jahr kaum zum wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland beitragen können.

Dieses Fazit haben auch die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem am Dienstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten gezogen: In diesem Jahr dürfte der private Konsum um gerade einmal 0,4 % gegenüber dem vergangenen Jahr steigen – und damit einen Beitrag zum Wachstum von nur 0,2 Prozentpunkten leisten, prognostizieren die Forscher in ihrem Frühjahrsgutachten. Zum Vergleich: Vom Export soll ein Wachstumsbeitrag von 2,4 Punkten ausgehen, gegenüber dem Vorjahr wird ein Zuwachs um 6,6 % erwartet.

„Deutschland hängt weiter am Tropf der Weltwirtschaft“, lautet das Fazit von Eckhardt Wohlers, Konjunkturexperte des Hamburgischen Weltwirtschaftsarchivs (HWWA). Das bringt Nachteile mit sich: „Deutschland ist sehr anfällig gegenüber externen Schocks“. Wenn die Weltwirtschaft ins Trudeln gerät – beispielsweise durch Terrorattacken, Turbulenzen an den Devisen- und Aktienmärkten oder einen massiven Ölpreisanstieg –, bekommt Deutschland das sofort zu spüren.

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