Deutsche Firmen machen Schwächeperiode durch
Weniger Güter produziert

Die Firmen in Deutschland haben im Februar überraschend ihre Produktion gedrosselt. Das produzierende Gewerbe habe nach Herausrechnen jahreszeitlicher Einflüsse 0,7 Prozent weniger hergestellt als im Januar, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Donnerstag in Berlin mit.

HB BERLIN. „Ausschlaggebend für diese Entwicklung im Februar war die Abnahme der Produktion in der Industrie“, erklärte das BMWA. Analysten hatten mit einem leichten Anstieg um 0,4 % gerechnet, nachdem die Firmen zu Jahresanfang noch 0,5 % mehr hergestellt hatten. Volkswirt Jörg Lüschow von der WestLB äußerte sich wie die meisten seiner Kollegen enttäuscht: „Es zeigt insgesamt, dass wir nur sehr, sehr mühselig von der Stelle kommen. Da kann man nur von einer schwachen Dynamik reden - wenn überhaupt.“ Gernot Griebling von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hält den Rückgang nicht für eine Trendwende: „Die Produktion wird in den kommenden Monaten weiter steigen, auch wenn es diesmal langsamer geht als bei früheren Erholungen.“

Die Firmen in der Industrie produzierten im Februar 1,1 % weniger. Innerhalb dieses Sektors vermeldete das BMWA bei Investitionsgütern ein Minus von 1,9 % und bei Konsumgütern von 1,7 %. Die Produktion von Vorleistungsgütern blieb nahezu konstant (minus 0,1 %). „In der Industrie zieht sich der Rückgang durch alle Branchen“, sagte Lüschow. „Vielleicht spielen auch die schwachen Export-Zahlen vom Februar eine Rolle.“ Die Exporte waren im Februar nach Angaben vom Donnerstag um 2,5 % zum Vormonat gesunken, während die Importe zugelegt hatten. Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein äußerte die Befürchtung, dass in den kommenden Monaten durch den starken Euro verbilligte Importe die heimische Produktion verdrängen könnten.

Daten zum Auftragseingang hatten erst am Mittwoch gezeigt, dass besonders die inländische Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen im Februar deutlich zugelegt hatte. Die gesamten Bestellungen nahmen allerdings nur leicht zu. Zuletzt hatten die Zweifel angesichts gemischter Konjunkturdaten, des hohen Ölpreises und des starken Euro zugenommen, ob die deutsche Wirtschaft vor einem dauerhaften Aufschwung steht.

Die Energiewirtschaft veränderte ihre Produktion im Februar nicht, und das Bauhauptgewerbe glich mit einem Anstieg um 4,6 % fast das große Minus vom Vormonat aus. Nach Reuters-Berechnungen auf Basis von Bundesbank-Daten lag die Produktion trotz des Rückgangs im Februar um 1,8 % höher als ein Jahr zuvor. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Januar/Februar gegen November/Dezember steigerten die Firmen ihre Produktion nach BMWA-Angaben nur minimal um 0,2 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%