Deutsche Industrie
„Es geht Schritt für Schritt aufwärts“

Die Konjunktur in Deutschland gewinnt weiter an Dynamik. Darauf deutet nicht nur eine Handelsblatt-Umfrage unter Topmanagern hin. Auch Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums zeigen, dass sich die deutsche Industrie im Sommer aus der fünf Quartale dauernden Rezession gelöst hat. Deutschlands Titel als „Exportweltmeister“ ist aber dennoch in Gefahr.
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HB BERLIN. Die deutschen Exporteure verkauften im September 3,8 Prozent mehr Waren ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der zweitstärkste Anstieg der vergangenen drei Jahre. Der im August erlittene Umsatzrückgang von 2,8 Prozent wurde damit mehr als wettgemacht. „Es geht Schritt für Schritt aufwärts“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Axel Nitschke. Dennoch droht Deutschland der Verlust des Titels „Exportweltmeister“ an China.

Positiv auch die Entwicklung beim produzierenden Gewerbe. Hier wurde von Juli bis September 3,5 Prozent mehr hergestellt, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Allein im September lag das Plus bei 2,7 Prozent - von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Prozent gerechnet. Zwar liege die Produktion immer noch weit unter dem Niveau, das vor dem Ausbruch der Krise erreicht worden sei, teilte das Ministerium mit. Gerade die Hersteller von Investitions- und Vorleistungsgütern erhielten zuletzt aber deutlich mehr Aufträge. Damit dürfte sich der Aufholprozess auch im vierten Quartal fortsetzen.

Die Daten bestätigen einen Trend, dehn auch der Handelsblatt-Business-Monitor aufzeigt: Der Konjunkturoptimismus der deutschen Wirtschaft hält an. Vor allem das Urteil über ihre Geschäfte auf dem Heimatmarkt fällt bei einer breiten Mehrheit der Führungskräfte positiv aus.

Die Industrie hatte im September von der steigenden Nachfrage aus dem Ausland profitiert und den siebten Monat in Folge mehr Aufträge erhalten. Die Produktion legte um 3,2 Prozent zu. Dabei ging es in allen drei großen Zweigen nach oben, am stärksten war der Zuwachs aber bei den Investitionsgüterproduzenten, die 5,9 Prozent mehr herstellten als im August. Allein bei den Autoherstellern und -zulieferern lag das Plus bei 11,3 Prozent. Doch auch der Maschinenbau befreit sich zunehmend aus seiner Schockstarre, die Firmen stellten 7,5 Prozent mehr her als im Vormonat. Geringer waren die Zuwächse bei den Konsumgütern mit 2,3 Prozent und bei den Vorleistungsgütern mit plus 0,9 Prozent.

Die Energiewirtschaft steigerte ihren Ausstoß um 0,4 Prozent. Deutlich schlechter lief es trotz des milliardenschweren Konjunkturpakets auf dem Bau. Die Firmen drosselten hier ihre Produktion um 1,8 Prozent. Wie tief der Einbruch aber immer noch ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Die Produktion lag immer noch um knapp 13 Prozent tiefer als im September 2008. Mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes schränkten alle Bereiche ihre Produktion ein.

Ökonomen werten die Zahlen als eine Bestätigung für den Aufwärtstrend, der bereits aus den Frühindikatoren abzulesen war. "Die deutsche Industrie profitiert davon, dass das Auslandsgeschäft wieder anzieht - insbesondere in Asien", sagte Jörg Zeuner von der VP Bank Liechtenstein. "Wir rechnen damit, dass die Produktion auch in den nächsten Monaten steigen wird - zwischen 2,5 und drei Prozent." Auch in der ersten Jahreshälfte 2010 seien noch gute Zahlen zu erwarten, fügte Zeuner hinzu. Danach werde es aber einen Dämpfer gehen, ist sicher der Ökonom sicher. "Die Korrektur vom Krisen-Niveau wird dann nahezu abgeschlossen sein." Danach würden zudem einige Regierungen beginnen, ihre Konjunktur-Programme zurückzufahren.“

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  • @infotainment

    Die Probleme sind nun mal da.

    Die Wolken über Deutschland sind immer schwärzer geworden und es braut sich noch nicht mal was Anständiges auf.

    Der Wind der zu uns bläst und die Wolken zusammendrückt heiß schlicht und einfach Globalisierung.

    Deutschland hat kein Konjunkturproblem sondern ein Struckturproblem.Erst kam das Programm die uns der Osten gebracht hatte.
    Das Strukturproblem resultiert aus einer Kostenkrise der Konjunkturschwung und Aufbau dessen. Der hohe Lohnanteil das Deutschland hat konnte nicht mehr mithalten weil die Ostblockländer den Niedriglohn dagegenhielten und es immer noch tun. Die Folge resultiert Massenarbeitslosigkeit, investitionsstreik und Wachstum schwäche und die Flucht der Unternehmen vor den deutschen Löhnen.

    Der deutsche Kapitalmarkt schwimmt in Geld, das aber keiner haben will. Die ausländischen investoren haben es erkannt, gehandelt und immer noch es tun, nämlich die Gelder der deutschen Unternehmer zu leihen. Dieses Geld das die ausländischen investoren bekommen landet anderswo nur nicht nach Deutschland. Neue Projekte entstehen Global und das nicht wenig.
    in Deutschland wird nicht mehr so investiert wie eigentlich unsere Wirtschaft es bräuchte.

    Die meisten Unternehmer versuchen zumindest zu überleben, indem sie Lohnkosten auf neue Wege der Produktion immer ausweichen, eben billig Produktion.
    in dem siebziger Jahre haben Unternehmer angefangen auf Roboter umzustellen. Heute fliehen sie nach Polen oder China.

    Die Verlagerung immer größere Teile ihrer Produktion in Niedriglohnländer ist der Trend was Deutschland erleben muss.

    Neuer Trend der Zeit:nicht schimpfen, es bringt sowieso nicht schon gar nicht die Unternehmen stolzieren lassen. immer Hintergrundforschung beilegen warum es so miserabel ist,die Situation das wir uns befinden.

    Mfg

  • aber wo ????

  • Es geht aufwärts - aber doch wohl nur für die bonzen und bosse, nicht aber fürs "gemeine Volk". Die Weichen wurden von denen so gestellt während der letzten Jahre durch Sozialabbau, Schaffen von Dumpinglöhnen, moderner Sklaverei durch Zeitarbeitsfirmen, wo Leute, die ihren Job verloren haben, wieder in die gleichen Firmen reingeholt werden, an ihre alten Jobs, nur für ein Viertel dessen, was sie vorher verdienten. Geschickt gemacht, Respekt! Vor einigen Jahren sagte mir mal ein Headhunter, es müsse aufhören, daß jeder "normale" Arbeiter und Rentner einen Mercedes fahre, das sei nun mal das Privileg der Oberschicht, und das sei auch bald soweit. Scheinbar erfüllt sich diese Prophezeiung. Also weiter aufwärts, bosse und Ausbeuter! Darauf könnt ihr wirklich stolz sein.

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