Deutsche Industrie spürt Aufwind: Analysten von Auftragseingang überrascht

Deutsche Industrie spürt Aufwind
Analysten von Auftragseingang überrascht

Die Nachfrage nach Industrie-Erzeugnissen ist im Dezember mit 1,2 Prozent erneut gestiegen. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Dabei seien mehr Großaufträge als im Vormonat eingegangen. Bereits im November hätten die Auftragseingänge in der Industrie dem Volumen nach zugelegt.

HB BERLIN. „Damit wird deutlicher, dass die Erholung in Deutschland kein Strohfeuer ist. Die Initialzündung für die Erholung kommt ungeachtet des starken Euro aus dem Ausland“, sagte Jan-Paul Ritscher von der HSH Nordbank. Dies werde aber letztlich auch zu einer stärkeren binnenwirtschaftlichen Dynamik führen.

Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg von 0,6 Prozent erwartet. Das Ordervolumen war im November um revidiert 0,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Dezember 2002 lag der Auftragseingang nach Reuters-Berechnungen auf Basis von Bundesbank-Daten um 6,5 Prozent höher.

Die Impulse für die Industrie kamen im Dezember in erster Linie von den Auslandsaufträgen, die im Vergleich zum November trotz des starken Euro um 3,3 Prozent zulegten. „Das kann an Großaufträgen liegen, aber auch auf die weiterhin starke Wettbewerbsposition der deutschen Industrie im internationalen Vergleich hinweisen“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. „Der Euro wirkt wohl nicht so schmerzhaft wie von vielen befürchtet.“ Die Inlandsnachfrage hingegen sank dem BMWA zufolge um 0,6 Prozent. „Im Inland ist der Funke aber noch nicht übergesprungen, was angesichts des miserablen privaten Konsums auch kaum überrascht“, sagte Weidensteiner.

Volkswirte äußerten sich jedoch optimistisch, dass sich auch die Binnenwirtschaft erholen werde. „Ich gehe davon aus, dass der Funke bereits im ersten Quartal 2004 auf die Binnenwirtschaft überspringt - gerade bei Investitions- und Vorleistungsgütern“, sagte Ritscher. Im Dezember erhielten die Produzenten von Vorleistungsgüter den BMWA-Angaben zufolge aber 0,4 Prozent weniger Aufträge als im November. Die Bestellungen von Investitionsgütern stieg um 2,0 Prozent, und die Konsumgüterhersteller verbuchten ein Plus von 3,9 Prozent.

Im Vergleich des Schlussquartals 2003 zu den Monaten Juli bis September ergibt sich nach BMWA-Angaben ein deutlicher Anstieg der Aufträge von 3,7 Prozent, der sich gleichmäßig auf die Inlands- und Auslandsnachfrage verteile. „Der anhaltende Anstieg der Auftragseingänge zeigt, dass die zunehmend bessere Stimmung in der deutschen Industrie immer stärker auch durch harte Fakten untermauert wird“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD).

Auch Weidensteiner betonte die Stärke der Industrie: „Wenn die deutsche Industrie auf einem Bein so schnell vorankommt, wie soll das erst sein, wenn beide Beine wieder laufen?“ Die westdeutsche Industrie erhielt dem BMWA zufolge im Dezember 1,1 Prozent mehr Aufträge, die Bestellungen in Ostdeutschland stiegen um 2,6 Prozent. Unterm Strich nahmen die Auftragseingänge in Deutschland 2003 um 0,4 Prozent zum Vorjahr zu, wobei die Orders im Inland um 0,1 Prozent nachließen, die Bestellungen aus dem Ausland jedoch um 1,1 zulegten.

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