Deutsche Konjunktur
Inlandsaufträge geben Exportindustrie zusätzlichen Schub

Die exportabhängige deutsche Industrie profitiert zunehmend vom Aufschwung auf dem Heimatmarkt. Die Inlandsaufträge stiegen im Oktober um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit genau drei Mal so stark wie die Auslandsnachfrage.
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HB BERLIN. Insgesamt sammelten die Unternehmen damit 1,6 Prozent mehr Aufträge ein als im Vormonat, teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mit. Von Reuters befragte Experten hatten allerdings einen etwas größeren Zuwachs von 2,0 Prozent erwartet. Im September hatte es mit minus vier Prozent noch den stärksten Einbruch seit knapp zwei Jahren gegeben.

„Gestützt auf eine robuste Nachfrage aus dem Inland startete die Industrie trotz schwächerer Bestellungen aus der Eurozone mit einem soliden Orderzuwachs in das Jahresschlussquartal“, schrieb das Ministerium. Die Nachfrage aus Deutschland zog so stark an wie seit einem halben Jahr nicht mehr. In den Ländern außerhalb des Euroraums wurden 2,0 Prozent mehr bestellt.

Dagegen kamen aus der Währungsunion - wohin 40 Prozent der deutschen Exporte gehen - 0,9 Prozent weniger Aufträge an. Wegen der Schuldenkrise haben Länder wie Spanien und Irland die Steuern erhöht und Sozialleistungen gekürzt, was auch die Nachfrage nach Produkten „made in Germany“ dämpft.

Besonders gefragt waren Konsumgüter. Hier legten die Aufträge um insgesamt 2,4 Prozent zu. Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien und Verpackungen kletterte um 1,6 Prozent. Die Bestellungen für Fahrzeuge, Maschinen und andere Investitionsgüter stiegen dagegen nur um 1,3 Prozent.

Die deutschen Dienstleister entwickeln sich derweil immer mehr zum Jobmotor. Sie beschäftigten im dritten Quartal vier Prozent mehr Mitarbeiter als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit wächst die Mitarbeiterzahl seit einem Jahr ununterbrochen. Die Einstellungsbereitschaft ist wegen der anziehenden Binnennachfrage groß, von denen die meisten Service-Unternehmen abhängig sind. Der Umsatz stieg im Quartal um 5,4 Prozent.

Am Jahresende hat sich der Aufwärtstrend sogar noch verstärkt. Die Dienstleister verzeichneten im November die stärksten Zuwächse seit mehr als drei Jahren, ergab eine Umfrage der Markit-Marktforscher. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher wurden so viele neue Arbeitsplätze geschaffen wie seit Oktober 2007 nicht mehr. Lediglich bei den Finanzdienstleistern kam es nicht zu einem Jobaufbau.

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