Deutsche Rumpf-Delegation bei Herbsttagung von IWF und Weltbank
Eichel fliegt nicht nach Washington

Deutschland wird bei der diesjährigen Herbsttagung von IWF und Weltbank nur mit einer Rumpf-Delegation vertreten sein. Bundesfinanzminister Hans Eichel und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (beide SPD) fliegen nicht nach Washington.

dri BERLIN. Der Grund ist das Ergebnis der Bundestagswahl, nach dem bisher völlig offen ist, wer künftig in Deutschland regiert. Die beiden Politiker ziehen es vor, während der Koalitionsverhandlungen nicht im Ausland zu sein.

Die deutsche Delegation wird deshalb Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser leiten. Er nimmt zusammen mit Bundesbank­Präsident Axel Weber an dem G7-Treffen der sieben reichsten Industriestaaten teil. Im Entwicklungsausschuss wird Deutschland durch den Staatssekretär im Entwicklungshilfeministerium, Erich Stather, und Koch-Weser vertreten. Die Staatssekretäre werden die bisherige Position der Bundesregierung betonen: Beim Schuldenerlass für die ärmsten Länder werden sie darauf beharren, dass dieser an Bedingungen für die Entwicklungsländer geknüpft wird. Bei der Debatte über eine Reform des IWF halten sie sich an die gemeinsame Linie der Europäer.

Die deutsche Delegation ist insgesamt deutlich kleiner als üblich. Im vergangenen Jahr füllte sie einen Airbus der Bundesregierung. Abgeordnete und Bankenvertreter sowie zahlreiche Journalisten waren an Bord. In diesem Jahr nimmt die Delegation einen Linienflug. Weil die Minister nicht dabei sind, fehlen auch ihre persönlichen Referenten, die Sicherheitsleute und zwei Dolmetscher. Unabhängig von der Delegation reisen Abgeordnete des Bundestags-Finanzausschusses nach Washington. Auch die Zahl der Journalisten ist nur etwa ein Drittel so hoch wie üblich, wobei sich auch die Journalisten selbst um Transport und Unterkunft kümmern und nicht im deutschen Tross reisen.

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