Deutsche Wirtschaft
Bundesbank erwartet hohes Quartalswachstum

Während die Finanzmärkte schon eine Rezession einpreisen, zeigen sich die deutschen Währungshüter für die Konjunktur relativ optimistisch. Für das dritte Quartal erwarten sie in Deutschland kräftiges Wachstum.
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BerlinDie Bundesbank zeichnet ein optimistisches Bild für die kurzfristige Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Nach der Flaute im Frühjahr sei im dritten Quartal „mit einem kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung zu rechnen“, schrieb sie am Montag in ihrem Monatsbericht. Der private Konsum dürfte „spürbar zulegen“, ebenso Industrie- und Bauproduktion. So zeigten die für Juli vorliegenden Konjunkturindikatoren wie die Industrieerzeugung oder die Bauproduktion nach oben. Zusammen mit den Stimmungsindikatoren, die bis einschließlich August auf eine ausgezeichnete Lage der deutschen Wirtschaft hinwiesen, spreche das für eine Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung in Deutschland.

Das hohe Tempo lässt sich aber voraussichtlich nicht halten. „Die mittelfristigen Aussichten haben sich in letzter Zeit bei erhöhter Unsicherheit stärker eingetrübt als zuvor erwartet“´, warnen die Bundesbanker mit Blick auf die heftigen Kurseinbrüche an den Aktienmärkten.

Im zu Ende gehenden Sommerquartal halten die meisten Experten ein Wachstum von einem halben Prozent und mehr für möglich, nachdem es im Frühjahr wegen sinkender Konsumausgaben nur zu einem Plus von 0,1Prozent gereicht hatte. Nach Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD könnte das Bruttoinlandsprodukt am Jahresende dann erstmals seit Anfang 2009 wieder schrumpfen. Vor allem in der Industrie zeichnet sich für die kommenden Monate wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung eine langsamere Gangart ab: Ihre Auslandsaufträge brachen im Juli mit 7,4 Prozent so stark ein wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Für 2011 halten führende Wirtschaftsinstitute ein Wachstum von knapp drei Prozent für möglich. Für 2012 rechnen das Kieler IfW und das IWH Halle nur noch mit einem Plus von 0,8 Prozent, weil vor allem die Schuldenkrise in Europa und die schlappe US-Konjunktur die Nachfrage nach deutschen Waren dämpfen dürften. Die Forscher schließen eine Rezession nicht aus.

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat seine Konjunkturprognosen für das laufende und das kommende Jahr gesenkt. Für 2011 rechnen die Experten noch mit drei Prozent (Frühjahr: 3,5 Prozent) und für 2012 mit 1,25 Prozent (2,25 Prozent).

Damit sind die Kölner Forscher immer noch relativ optimistisch gestimmt: Die korrigierten Prognosen der anderen Institute für 2012 liegen derzeit in der Spanne zwischen 0,8 und 1,2 Prozent. Drei Prozent für dieses Jahr gelten als relativ sicher - auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt vorausgesagt, dass Wachstum werde „sicherlich wieder eher bei 3 als bei 2,5“ Prozent liegen. Bei den Arbeitslosen rechnet das IW mit einem weiteren Rückgang auf durchschnittlich 2,8 Millionen im kommenden Jahr.

„Die Unsicherheit ist höher als gewöhnlich“, betonte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin. Dies mache auch die Prognosen schwierig. Es sei noch unklar, wie sich die Probleme auf den Finanzmärkten auf die Unternehmen und die privaten Haushalte auswirkten. Die Verunsicherung werfe aber „zunehmend Schatten auf Export, Investitionen und Konsum“, meinte Hüther. Im Fall einer Zuspitzung der Krise sei auch eine Rezession in Deutschland 2012 nicht völlig auszuschließen. Positive Impulse liefere aber weiterhin die Nachfrage aus Schwellenländern wie China.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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