Deutsche Wirtschaft: Bundesbank rechnet mit Belebung der Konjunktur

Deutsche Wirtschaft
Bundesbank rechnet mit Belebung der Konjunktur

Sinkende Arbeitslosenzahlen, gute Stimmung in den Chefetagen: Die Bundesbank glaubt, dass die Wirtschaft anziehen wird - trotz des schlechten Jahresstarts der Konjunktur in Deutschland.
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Frankfurt/MainDie Bundesbank erwartet trotz des schwachen Jahresauftakts ein Anziehen der Konjunktur in Deutschland. "Der zögerliche Start in das Jahr 2013 stellt nicht die Perspektive einer konjunkturellen Belebung der Wirtschaftstätigkeit infrage", schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. So habe sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft im Februar aufgehellt, die Unternehmen stellten zusätzliche Arbeitskräfte ein, die sinkende Arbeitslosigkeit sorge für Optimismus bei den Verbrauchern. Bei den Investitionen zeichne sich dagegen noch keine wesentliche Besserung ab.

Dabei spiele die Krise in den Ländern am Rande der Euro-Zone eine Rolle: Sie sei wohl auch mit verantwortlich für die auffällige Investitionszurückhaltung in Deutschland, schrieben die Experten. Das habe den Abbau der deutschen Leistungsbilanzüberschüsse gebremst, weil gerade Ausrüstungsinvestitionen zu einem großen Teil importiert würden. Seit mehr als fünf Jahren übertreffe der Leistungsbilanzüberschuss den Schwellenwert von sechs Prozent der Wirtschaftsleistung, der im Rahmen der EU-Überwachung wirtschaftlicher Ungleichgewichte von Bedeutung sei.

Die Bundesbank sprach sich gegen Konjunkturpakete in Deutschland aus, um die Binnennachfrage kurzfristig zu beleben und so die Ungleichgewichte zu reduzieren. "Gefordert sind vielmehr politische Anstrengungen, den notwendigen Anpassungsprozess in den Krisenländern fortzuführen und einen tragfähigen institutionellen Rahmen für die Währungsunion insgesamt zu schaffen", schrieb sie.

Zu Jahresauftakt sei die Wirtschaft hinter den Erwartungen geblieben, die von der Beruhigung der Lage an den Finanzmärkten und der Verbesserung der Stimmungsindikatoren geweckt worden seien, schrieben die Experten. Die Industrie hatte im Januar weniger Aufträge erhalten, während die Produktion stagnierte. Ende 2012 war die Wirtschaftsleistung in Deutschland mit 0,6 Prozent so stark eingebrochen wie seit Beginn der Krise Anfang 2009 nicht mehr. Die Bundesbank rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2012 waren es noch 0,7 Prozent Wachstum. (Reporterin: Christina Amann, redigiert von René Wagner)

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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